In Penzing hat der Starkregen im Juni 2024 für ordentlich Aufregung gesorgt. Die Fliegerhorststraße in Untermühlhausen und das örtliche Kino wurden überflutet, und zahlreiche Keller mussten ausgepumpt werden. Solche Wetterkapriolen lassen die Gemeinde nicht kalt. Bürgermeister Peter Hammer hat in der letzten Gemeinderatssitzung die Notwendigkeit eines umfassenden Konzeptes zum kommunalen Sturzflut-Risikomanagement präsentiert. Ziel ist es, die Gefahren durch wild abfließendes Wasser und Sturzfluten zu ermitteln und geeignete Schutzmaßnahmen zu konzipieren.
Eine Bestandsaufnahme zu den Sturzfluten wurde bereits durchgeführt, und die Bürger wurden aufgerufen, Hinweise zu früheren Schadensereignissen zu melden. Besonders betroffen sind die Bereiche, in denen Wasser von höheren Lagen abfließt. Der nächste Schritt für die Gemeinde besteht darin, konkrete Gegenmaßnahmen zu erarbeiten. Geplant sind unter anderem Rückhaltebecken und ähnliche Konstruktionen zur Auffangung von Wassermassen, um die Situation zu entschärfen.
Schutzmaßnahmen und Herausforderungen
Die Fortschritte beim Hochwasserschutz sind ermutigend. Die Gemeinde hat Maßnahmen mit dem Wasserwirtschaftsamt Weilheim abgestimmt und diese auf Wirtschaftlichkeit sowie Förderfähigkeit geprüft. Ein zentrales Problem bleibt jedoch: Das Wasser kommt von Süden und staut sich am Bahndamm, während der Wildwassergraben und der Verlorene Bach bei Starkregen über die Ufer treten. Eine mögliche Lösung könnte die Durchpressung durch den Bahndamm sein, um die Wassermassen besser abzuleiten.
Darüber hinaus plant die Gemeinde ein Beteiligungsverfahren mit den Besitzern der landwirtschaftlichen Flächen, um gemeinsam Lösungen zu finden. In der letzten Sitzung des Gemeinderates wurden zudem drei wichtige Satzungsbeschlüsse gefasst: ein Bebauungsplan für einen neuen Kindergarten und die Ganztagsbetreuung an der Grundschule, die Erweiterung des Gewerbegebiets am Kreisverkehr sowie ein Bebauungsplan für die Ortsmitte. Diese Entwicklungen sind für die Ortsentwicklung von großer Bedeutung, insbesondere in den stark betroffenen Gebieten Untermühlhausen und Epfenhausen.
Ein ganzheitlicher Ansatz für das Risikomanagement
Sturzfluten erfordern ein Bündel an Maßnahmen zur Risikominderung, und hier spielen Städte und Gemeinden eine zentrale Rolle. Vollständiger Schutz vor Überflutungen ist zwar nicht möglich, doch durch vorausschauende Maßnahmen auf kommunaler und privater Ebene können die negativen Folgen deutlich gemildert werden. In Bayern gibt es bereits eine Hinweiskarte für Oberflächenabfluss und Sturzflut, die auf Überflutungsgefahren hinweist, und die Grobanalyse dieser Karte stellt den ersten Schritt zu einem effektiven Risikomanagement dar.
Der „Leitfaden zur Aufstellung Integraler Konzepte zum kommunalen Sturzflut-Risikomanagement“ bietet eine einheitliche Vorgehensweise zur Risikoermittlung und -reduzierung. Kommunen erhalten nicht nur Unterstützung bei der Erstellung von Schutzkonzepten, sondern auch Informationen zu möglichen Fördermöglichkeiten, die die finanziellen Aspekte des Risikomanagements erleichtern. Weitere Informationen sind über das regionale Wasserwirtschaftsamt erhältlich.
Die kommenden Monate werden zeigen, wie erfolgreich die Gemeinde Penzing die Herausforderungen im Bereich Hochwasserschutz meistern kann. Die Bürger dürfen gespannt sein, welche weiteren Schritte unternommen werden, um ihre Sicherheit zu gewährleisten.