Im Herzen von Penzing wurde am Mittwochabend ein ganz besonderes Jubiläum gefeiert: Die Österreichische Blindenwohlfahrt blickt auf stolze 200 Jahre ihres Bestehens zurück. Der Festakt fand im Johann Wilhelm Klein-Haus statt, einem Ort, der nicht nur Geschichte, sondern auch Lebensqualität für viele Menschen mit Seheinschränkungen verkörpert. Die Veranstaltung war ein echtes Highlight, das sowohl die Vergangenheit würdigte als auch den Blick in die Zukunft richtete.
Unter den prominenten Gästen waren die niederösterreichische Landeshauptfrau Johanna Mikl-Leitner sowie Bundespräsident Alexander Van der Bellen. Beide Redner betonten die immense Bedeutung der Inklusion und der gelebten Teilhabe in unserer Gesellschaft. Mikl-Leitner hob hervor, dass konkrete Unterstützung im Alltag unerlässlich sei und wies darauf hin, dass Barrierefreiheit noch lange nicht als selbstverständlich angesehen werden kann – sowohl im öffentlichen Raum als auch in der digitalen Welt.
Würdigung und Auszeichnungen
Bundespräsident Van der Bellen ließ es sich nicht nehmen, die herausragende Arbeit der Organisation und ihrer Mitarbeiter zu würdigen. In seiner Ansprache dankte er ihnen für ihre Empathie und Kompetenz, die sie Tag für Tag im Johann Wilhelm Klein-Haus unter Beweis stellen. Ein besonderer Moment war die Überreichung des „Großen Ehrenzeichens für Verdienste um die Republik Österreich“ an die Geschäftsführerin Brigitte Fila.
Weitere Redner, darunter Vizepräsidentin Maria Rauch-Kallat und Stefanie Vasold, die die Stimme des Wiener Bürgermeisters vertrat, unterstrichen ebenfalls die Wichtigkeit der Organisation. Peter Berger präsentierte die Publikation „Lichtblicke“, die die bewegte Geschichte der Blindenwohlfahrt dokumentiert und aufzeigt, welchen wertvollen Beitrag die Einrichtung über die Jahre geleistet hat.
Eine Stimme für die Betroffenen
Besonders berührend war der Beitrag von Helga Zach, einer Bewohnerin des Hauses, die eindrucksvoll über die Talente und Fähigkeiten von Menschen mit Einschränkungen sprach. Ihr Appell, der in den Herzen der Anwesenden nachhallte, war ein klarer Aufruf zur gesellschaftlichen Akzeptanz und Wertschätzung aller Menschen, unabhängig von ihren Fähigkeiten.
Die musikalische Untermalung der Feier übernahm das Streichquartett Amai, das mit seinen Klängen eine besondere Atmosphäre schuf. Die Kombination aus bewegenden Reden und musikalischen Einlagen machte den Abend zu einem unvergesslichen Erlebnis für alle Beteiligten.
Die Österreichische Blindenwohlfahrt hat in ihrem 200-jährigen Bestehen nicht nur viele Herausforderungen gemeistert, sondern auch einen unschätzbaren Beitrag zur Integration und Unterstützung von Menschen mit Sehbehinderungen geleistet. Dieses Jubiläum ist nicht nur ein Rückblick, sondern auch ein Ansporn, den eingeschlagenen Weg der Inklusion weiterzugehen und die Barrieren in unserer Gesellschaft weiter abzubauen.