Heute ist der 7. Mai 2026 und in Wien, genauer gesagt in Hernals, weht ein frischer Wind, der die Gedanken an die vergangenen Feiertage mit sich trägt. Der 1. Mai, der als „Staatsfeiertag“ gefeiert wird, hat in Österreich eine lange Tradition. Der Bezug zur Arbeiterklasse ist unübersehbar. Otto Bruckner, der Vorsitzende der Partei der Arbeit Österreichs, hat sich in letzter Zeit kritisch zu diesem Feiertag geäußert. Er bezeichnet die Bezeichnung „Staatsfeiertag“ als bedeutungslos, solange die Arbeiterklasse keinen Einfluss auf die Macht im Staat hat. Das macht nachdenklich!
Der 1. Mai steht für internationale Solidarität, für den Klassenkampf und den Kampf um soziale und politische Rechte. An diesem Tag wird nicht nur gefeiert, sondern auch den Gefallenen der Arbeiterbewegung gedacht und gegen Faschismus und Krieg demonstriert. In der sozialdemokratischen Tradition wird dieser Tag als „Tag der Arbeit“ angesehen. Ein schöner Gedanke, aber was bleibt, wenn die Bedeutung in den Hintergrund rückt?
Der 9. Mai und seine Bedeutung
<pUnd dann gibt es da noch den 9. Mai, der als Europatag von der EU gefeiert wird – allerdings kein gesetzlicher Feiertag in Österreich. Dieser Tag erinnert an die bedingungslose Kapitulation der deutschen Wehrmacht am 8./9. Mai 1945. In Moskau wird dieser Tag aufgrund der Zeitverschiebung als Feiertag begangen. Bruckner fordert, dass Österreich diesen Tag als Gedenktag für die Befreiung und den Widerstand gegen das Naziregime anerkennen sollte. Besonders im Hinblick auf das Konzentrationslager Mauthausen sollte dieser Tag nicht vergessen werden.
Die Partei der Arbeit wird an den Befreiungsfeiern am kommenden Wochenende teilnehmen. Sie gedenken der Widerstandskämpfer, die so viel für die Freiheit riskiert haben. Bruckner hebt auch die immense Bedeutung der Roten Armee der Sowjetunion hervor, die Wien befreit hat. Dabei denkt er an die 27 Millionen, die das sowjetische Volk im Zweiten Weltkrieg verloren hat. Ein eindringlicher Gedanke, der in der heutigen Zeit oft in Vergessenheit gerät.
Reflexion und Gedenken
In einer Zeit, in der viele von uns mit alltäglichen Sorgen beschäftigt sind, ist es wichtig, innezuhalten und über die Bedeutung dieser Feiertage nachzudenken. Der 1. Mai und der 9. Mai sind nicht nur Daten im Kalender – sie sind lebendige Erinnerungen an die Kämpfe und Errungenschaften der Vergangenheit. Bruckners Worte sind ein Aufruf, sich mit der Geschichte auseinanderzusetzen, und vielleicht auch ein kleiner Anstoß, die eigene Haltung zur Gegenwart zu hinterfragen.
So wird der Mai, mit all seinen Facetten, zu einem Monat des Gedenkens, der Reflexion und der Hoffnung auf eine bessere Zukunft. Denn am Ende sind es nicht nur die Feiertage, die zählen – es sind die Menschen, die hinter diesen Tagen stehen, ihre Geschichten und ihr Kampf um Gerechtigkeit und Frieden.