Heute ist der 11.05.2026, und während Wien sich in einem gemütlichen Frühling präsentiert, gibt es auf der Energieschiene einiges zu berichten. Fatih Birol, der Chef der Internationalen Energieagentur, wird am Montag in der Stadt sein, um die Ergebnisse einer Länderprüfung zur österreichischen Energiepolitik vorzustellen. Ein Thema, das in den letzten Monaten mehr als nur Staub aufgewirbelt hat, ist die Abhängigkeit Österreichs von Diesel, Gas und Kerosin, die durch den Irankrieg noch verstärkt wurde. Ja, der Krieg hat uns alle in einen Strudel gezogen, von dem wir nicht einmal ahnen konnten, wie tief er uns in die Tasche greifen würde.
Österreich hat sich im Strombereich den Ruf eines Musterlandes innerhalb der EU erarbeitet – doch wie es oft der Fall ist, kommt nach dem Aufstieg der Fall. Laut E-Control ist der Anteil erneuerbarer Energien am Stromverbrauch auf beeindruckende 94 Prozent gestiegen, aber das ist nur die halbe Wahrheit. Denn der „Clean Power Progress Index“ von Montel zeigt, dass die kohlenstofffreie Erzeugung im Jahr 2025 um 18,6 Prozent gesunken ist. Das ist der stärkste Rückgang unter mehr als 30 europäischen Ländern! Ein Rückschlag, der uns allen zu denken geben sollte.
Die Herausforderung der Wasserkraft
Die Abhängigkeit von Wasserkraft hat sich als zweischneidiges Schwert erwiesen. Trockenheit hat die Erzeugung in die Knie gezwungen, und das hat die Stromproduktion aus fossilen Kraftwerken um 15 Prozent ansteigen lassen. Das Resultat? Die Treibhausgas-Emissionen des Elektrizitätssektors sind um satte 40 Prozent auf über 50 kg CO2-Äquivalent pro Megawattstunde gestiegen. Während andere europäische Länder wie Finnland, Schweden und Norwegen ihre CO2-Bilanzen erfolgreich senken, scheint Österreich in einer Art Stillstand festzuhängen. Jean-Paul Harreman von Montel hat es treffend formuliert: Es braucht dringend eine Diversifizierung der Stromsysteme in Europa, und zwar nicht nur in Österreich!
Ein Blick auf die Zahlen zeigt, dass die Wasserkraftproduktion im Jahr 2025 deutlich zurückgegangen ist. Das hat natürlich Einfluss auf die Gesamtbilanz. Für die Zukunft wird der Zubau von Windkraftanlagen als unerlässlich erachtet, um die Abhängigkeit von der Wasserkraft zu verringern. Im letzten Jahr wurden in Österreich fast ausschließlich Solaranlagen installiert – 1,5 von 1,7 GW. Das ist ein kleiner Fortschritt, aber nicht genug, um die Herausforderungen wirklich zu meistern.
Neue Strategien für die Energiezukunft
Der Stromkonzern Verbund hat bereits auf die neue Realität reagiert und berichtet von 28 Prozent weniger Elektrizität aus Laufkraftwerken in den ersten Monaten des Jahres 2026. Das Unternehmen plant, stärkere Puffer im Stromsystem zu schaffen und setzt auf den Bau neuer Pumpspeicher-Kraftwerke sowie Großbatterien. Ziel ist es, lokale Stromspeicher neben neuen sauberen Kraftwerken zu errichten. Das klingt fast wie eine Science-Fiction-Vision, könnte aber der Schlüssel sein, um die österreichische Energiepolitik wieder auf Kurs zu bringen.
Wenn wir einen Blick über die Grenzen werfen, stellt sich heraus, dass auch Deutschland vor ähnlichen Herausforderungen steht. Naturgas spielt dort eine bedeutende Rolle, macht etwa ein Drittel des Endenergieverbrauchs aus. Die Energiekrise, die durch Russlands Invasion in der Ukraine ausgelöst wurde, hat die Risiken der Abhängigkeit von Gasimporten schmerzlich verdeutlicht. Trotz aller Bemühungen, sich durch LNG diversifizieren zu wollen, bleibt Deutschland anfällig für hohe Gaspreise. Das zeigt, wie verwoben die europäische Energiepolitik ist und wie wichtig es ist, gemeinsam Lösungen zu finden.
Ein klarer Fahrplan zur Reduzierung der Erdgasabhängigkeit im Gebäudesektor ist in Deutschland bereits vorhanden, während im Industriesektor noch viele Fragen offen sind. Die Unsicherheit über die Rolle von Erdgas bleibt bestehen, und das könnte für Investoren ein echtes Risiko darstellen. Insbesondere der Ausstieg aus der Gasstromerzeugung ist noch ohne spezifischen Plan, obwohl das Ziel von 100 Prozent fossilfreier Erzeugung bis 2035 auf dem Tisch liegt.
Die europäische Energiewende steht also vor einer entscheidenden Phase, und es bleibt spannend zu beobachten, wie sich die Strategien der einzelnen Länder entwickeln werden. Der Weg zu einer nachhaltigeren Energiezukunft ist steinig, aber notwendig. Wenn Österreich und Deutschland sich gemeinsam den Herausforderungen stellen, könnte dies einen Lichtblick für das gesamte europäische Energiesystem darstellen – und das ist mehr als nur ein Wunschtraum!
Weitere Informationen zu den Entwicklungen in der Energiepolitik können auf Eurostat eingesehen werden.