Die Damen des SK Sturm Graz hatten sich viel vorgenommen, als sie am vergangenen Wochenende in Wien gegen die Wiener Austria antraten. Die Partie begann alles andere als sanft. Intensiv geführte Zweikämpfe prägten die ersten Minuten, und es war klar, dass beide Teams gewillt waren, alles zu geben. Die Grazerinnen suchten spielerische Lösungen, während die Gastgeberinnen ihre Stärken vor allem in langen Bällen und Standardsituationen ausspielten. Doch die Sturm-Damen hatten mit vielen einfachen Ballverlusten im Spielaufbau zu kämpfen, was nicht gerade förderlich war.
In der 34. Minute war es dann Modesta Uka, die für die Wienerinnen das 1:0 erzielte und somit den ersten Nackenschlag für die Grazerinnen auslöste. Nur fünf Minuten später, das Publikum war noch nicht ganz von diesem Tor erholt, erhöhte Louise Schöffel auf 2:0. Mit diesem Rückstand gingen beide Teams in die Halbzeitpause, und die Stimmung bei den Sturm-Damen war wahrlich angespannt.
Nach dem Seitenwechsel
Die zweite Halbzeit begann mit einem Paukenschlag: In der 47. Minute gab es einen Elfmeter für die Austria. Kapitänin Carina Wenninger ließ sich nicht lange bitten und verwandelte sicher zum 3:0. Ein weiterer Schock für die Grazerinnen. Doch trotz des Rückstands zeigte das Team von Trainerin Natascha Götz Moral und kämpfte weiter. Oft fehlte jedoch die Genauigkeit im entscheidenden Pass, und auch die Durchschlagskraft im Abschluss ließ zu wünschen übrig.
In der 85. Minute gelang Pauline Deutsch dann doch noch der Anschlusstreffer, nach feiner Vorarbeit von Fie Steenberg-Hansen. 3:1 – ein kleiner Lichtblick, aber für die Grazerinnen war der Punktverlust damit besiegelt. Sie mussten ohne Punkte die Heimreise antreten, während die Wienerinnen sich über einen wichtigen Sieg freuen konnten. Für Austria war es der erste Sieg im „oberen Play-off“ nach zwei Remis, und sie liegen nun vier Punkte vor St. Pölten in der Frauen-Fußball-Bundesliga. St. Pölten selbst legte mit einem 3:0-Sieg gegen Red Bull Salzburg nach, was die Situation für die Sturm-Damen nicht einfacher machte.
Ausblick auf die nächsten Herausforderungen
Sportdirektor Michael Erlitz äußerte sich nach der Partie enttäuscht über die Niederlage, sah aber auch positive Aspekte, insbesondere in der zweiten Halbzeit. Vielleicht gibt es ja ein bisschen Hoffnung für das Rückspiel, das in der nächsten Woche ansteht. Dort haben die Grazerinnen die Chance, Wiedergutmachung zu leisten. Auf die Austria wartet hingegen das nächste große Highlight: das ÖFB-Cup-Finale gegen Salzburg am Donnerstag. Der Druck wird also nicht weniger, und die Spannung bleibt hoch.
So bleibt nur zu hoffen, dass die Sturm-Damen aus ihren Erfahrungen lernen und beim nächsten Mal die Punkte nicht wieder so leicht aus der Hand geben. Schließlich ist im Fußball alles möglich, und manchmal kann ein einziges Spiel alles verändern.