Heute ist der 5.05.2026, und ich sitze hier in Währing und denke über die außergewöhnlichen Orte nach, die Wien zu bieten hat. Eines dieser ganz besonderen Kleinode ist das Kinderpflegedomizil Fridolina im 16. Wiener Gemeindebezirk. Diese Einrichtung ist ein wahrer Lichtblick für Eltern von Kindern mit hochkomplexem Pflegebedarf. Hier finden sie für mehrere Wochen im Jahr die dringend benötigte Entlastung. Fridolina ist mehr als nur ein Pflegeheim; es ist ein Ort, wo Lachen und Lebensfreude auch in schwierigen Zeiten ihren Platz haben.
Die Zimmer sind freundlich und hell, und wer auf die schattige Terrasse tritt, kann die frische Luft genießen und vielleicht sogar einen Moment der Ruhe finden. Ein ganz besonderes Highlight ist die große Badewanne, wo Eltern und Kinder gemeinsam entspannen können. So wird der Aufenthalt nicht nur zu einer notwendigen Auszeit, sondern auch zu einem Ort des gemeinsamen Erlebens und der Nähe. Lukas, ein neunjähriger Junge mit einem seltenen Gendefekt, ist oft hier. Er besucht Fridolina mehrmals im Jahr zur Kurzzeitpflege und genießt die Zeit, in der er nicht nur medizinisch versorgt wird, sondern auch Teil einer Gemeinschaft ist.
Ein Ort der Unterstützung und des Vertrauens
In Fridolina, wo Kinder mit schweren oder lebensverkürzenden Erkrankungen betreut werden, ist das multiprofessionelle Team aus Ärzten, Krankenpflegern, Physiotherapeuten und Pädagogen unerlässlich. Katharina Janits, die Leiterin der Einrichtung, beschreibt, wie viele Eltern oft an ihre Grenzen kommen. Sie haben zu Hause eine „Mini-Intensivstation“ eingerichtet, was den Druck, den sie empfinden, nur verstärkt. Deswegen ist der erste Aufenthalt in Fridolina auch so wichtig: Vorab gibt es ein ausführliches Gespräch zwischen Eltern und Personal, um die spezifischen Bedürfnisse der Kinder zu besprechen. Das Vertrauen, das hier aufgebaut wird, ist ein ganz entscheidender Faktor für den Erfolg der Pflege.
Ein weiteres Plus: Eltern können übernachten, denn jedes Zimmer ist mit einem ausklappbaren Bett ausgestattet. Hier wird nicht nur auf die Kinder geachtet, sondern auch auf die Bedürfnisse der Eltern. Das ist in dieser stressigen Zeit enorm wichtig. Die Betreuungsangebote sind so organisiert, dass sie sowohl vormittags als auch nachmittags stattfinden, und Physiotherapeutin Luisa Martinek klärt mit den Eltern, woran während des Aufenthalts gearbeitet werden kann. Das alles geschieht in einer familiären Atmosphäre – Geburtstage werden gefeiert, gemeinsame Aktivitäten stärken den Zusammenhalt.
Pflegefamilien – eine wichtige Säule
Doch die Unterstützung endet nicht in Fridolina. Pflegefamilien spielen eine entscheidende Rolle für Kinder und Jugendliche, die nicht bei ihren leiblichen Eltern leben können. Diese Familien bieten ein sicheres und förderliches Umfeld, das für viele Kinder einfach notwendig ist. Bundesfamilienministerin Karin Prien hat die Bedeutung von Pflegefamilien hervorgehoben und eine bundesweite Kampagne gestartet, um das Bewusstsein für dieses wichtige Thema zu schärfen. Die Kampagne mit dem Titel „Zeit, die prägt“ soll nicht nur bestehende Pflegefamilien würdigen, sondern auch neue gewinnen und informieren, wie man sich als Pflegefamilie engagieren kann.
Wer sich für das Thema interessiert, hat viele Fragen: Wer kann ein Pflegekind aufnehmen? Welche Unterstützung gibt es? Und was sind die Herausforderungen? Die Antworten sind im Familienportal zusammengefasst und bieten wertvolle Informationen für alle, die einen solchen Schritt in Erwägung ziehen. Jugendämter und Fachverbände sind dabei zentrale Partner, um sowohl die Gewinnung als auch die Begleitung von Pflegefamilien zu unterstützen.
In einer Stadt wie Wien, die so viel zu bieten hat, sind Orte wie Fridolina und die Unterstützung durch Pflegefamilien nicht nur wichtig, sie sind essenziell für das Wohl der Kinder und ihrer Familien. Ein starkes Netzwerk von Unterstützung und Verständnis kann die Lebensqualität für alle Betroffenen erheblich verbessern, und dafür lohnt es sich, jeden Tag aufs Neue zu kämpfen.