In der Nacht auf den 23. Juli war es wieder einmal so weit: Die Landesverkehrsabteilung Wien hat zur großen Verkehrsschwerpunktaktion geladen. Von 19 Uhr bis 2 Uhr in der Früh wurde in den Stadtteilen Innere Stadt, Landstraße und Ottakring ein besonderes Augenmerk auf den Fahrrad- und E-Scooter-Verkehr gelegt. Ein bisschen wie ein nächtliches Abenteuer, nur dass hier die Polizei das Sagen hatte. Und was soll ich sagen? Die Ausbeute war nicht ohne!

Insgesamt zählten die Ordnungshüter sage und schreibe 170 Organmandate, die sich auf stolze 6.660 Euro summierten. Das ist ja fast schon ein kleines Vermögen! Außerdem gab es 117 Anzeigen wegen verschiedenster verkehrsrechtlicher Übertretungen. Als ob das nicht genug wäre, wurden auch technische Überprüfungen von E-Scootern mit einem mobilen Rollenprüfstand durchgeführt. Und die Ergebnisse waren beunruhigend: In vier Fällen wurden E-Scooter entdeckt, die die zulässige Bauartgeschwindigkeit von 25 km/h weit überschritten – einige fuhren sogar zwischen 42 und 47 km/h! Ganz schön flott – aber auch gefährlich!

Verantwortungslosigkeit auf zwei Rädern

Besonders brisant war der Fall eines E-Scooter-Lenkers, dessen Motorleistung mit 2.400 Watt die erlaubten 6.000 Watt um das Dreifache überschritt. Was für ein unverantwortliches Verhalten! Die Polizei betont, dass solche Aktionen zur Steigerung der Verkehrssicherheit in Wien beitragen sollen. Und das ist mehr als notwendig, wenn man sich die aktuellen Unfallstatistiken anschaut.

Im Jahr 2024 gab es in Deutschland bereits 11.944 E-Scooter-Unfälle mit Personenschaden – ein Anstieg um 26,7 % im Vergleich zum Vorjahr. Und die Zahl der Todesopfer stieg auch: 27 Menschen kamen bei E-Scooter-Unfällen ums Leben. Darunter waren alle 27 Verstorbenen selbst E-Scooter-Fahrer. Das macht einem schon nachdenklich, oder? Zudem haben 1.513 Menschen schwere Verletzungen erlitten. Hier zeigt sich, dass die Gefahren im Straßenverkehr nicht zu unterschätzen sind.

Ein junges und verletzliches Klientel

Ein Blick auf die Statistiken offenbart: 48,6 % der Verunglückten waren unter 25 Jahre alt, was die junge Generation in Wien und anderswo betrifft. Wenn man bedenkt, dass E-Scooter nur für eine Person zugelassen sind, stellt sich die Frage, wie viele sich dann doch zu zweit auf die Roller schwingen. Die häufigsten Unfallursachen waren falsche Straßenbenutzung, Fahren unter Alkoholeinfluss und nicht angepasste Geschwindigkeit. Das ist alles andere als ein Scherz. Besonders erschreckend ist, dass 50,5 % der Unfälle bei Zusammenstößen mit Pkw geschahen – und E-Scooter-Fahrer in 35,2 % dieser Fälle die Hauptverursacher waren.

Werbung
Hier könnte Ihr Advertorial stehen
Ein Advertorial bietet Unternehmen die Möglichkeit, ihre Botschaft direkt im redaktionellen Umfeld zu platzieren

Die E-Scooter sind seit dem 15. Juni 2019 im Straßenverkehr in Deutschland zugelassen und müssen versichert sein. Fahrer müssen mindestens 14 Jahre alt sein und stehen unter einer 0,5-Promille-Grenze. Man fragt sich, ob das wirklich ausreicht, um die Sicherheit zu gewährleisten. Es bleibt abzuwarten, wie sich die Situation in Wien entwickeln wird – und ob die nächtlichen Schwerpunktaktionen der Polizei langfristig Wirkung zeigen.