Am Dienstag, dem 16. Juni, wurde die Lerchenfelder Straße in Wien um ein kreatives Highlight bereichert. 13 neue „Pfandkellner“ wurden von dem Urban-Art-Künstler Golif enthüllt. Diese bunten Figuren sind nicht nur ein Augenschmaus, sondern auch ein praktischer Beitrag zum würdevollen Pfandsammeln. Die Idee dahinter? Menschen sollen nicht mehr in Mistkübeln nach Pfandflaschen wühlen müssen. Stattdessen stehen die Pfandkellner bereit, um das Pfand entgegenzunehmen und gleichzeitig Kunst, Nachhaltigkeit und Nachbarschaft zu fördern.

Die Unterstützung kommt von der Interessensgemeinschaft Kaufleute Lerchenfelder Straße sowie den Bezirken Neubau und Josefstadt. Bezirksvorsteher Markus Reiter (Grüne) sieht das Projekt als ein politisches Signal, das die Notwendigkeit eines respektvollen Umgangs mit Pfandsammlern unterstreicht. Auch sein Kollege, Bezirksvorsteher Martin Fabisch (Grüne), hebt die soziale Komponente hervor und betont, wie wichtig es ist, die Straße aufzuwerten. Die Pfandkellner sind als künstlerische Intervention genehmigt worden, trotz der kritischen Haltung der Stadt Wien gegenüber klassischen Pfandringen.

Ein Kunstprojekt mit Mehrwert

Die Pfandkellner*innen verbinden nicht nur Kunst mit der Kreislaufwirtschaft, sondern stärken auch die lokale Identität zwischen dem 7. und 8. Bezirk. So soll die Intervention lebendige Betriebe, Gastlichkeit und kreative Ideen präsentieren – eine Art urbanes Miteinander, das zum Austausch zwischen den Menschen anregt. Man könnte fast sagen, dass hier ein neues Kapitel der Wiener Nachbarschaftskultur aufgeschlagen wird.

Golif hat die Figuren als eine Weiterentwicklung seiner bisherigen Arbeiten geschaffen. Seine früheren Installationen sind oft verschwunden, was er auf das Interesse der Menschen zurückführt, die die Figuren mit nach Hause nehmen wollten. Um sicherzustellen, dass die Pfandkellner dauerhaft an ihrem Platz bleiben, sind sie so montiert, dass sie schwer zu entfernen sind. Ein cleverer Schachzug, um die Kunst im öffentlichen Raum zu bewahren und gleichzeitig den praktischen Nutzen zu fördern.

Kunst als Verbindungselement

Kunst im öffentlichen Raum hat die wunderbare Fähigkeit, städtische Umgebungen zu bereichern. Sie fördert Interaktion, Reflexion und Gemeinschaftsbeteiligung – und das ganz ohne erhobenen Zeigefinger. Weltweit gibt es zahlreiche Beispiele, wie Kunst im urbanen Raum neue Perspektiven eröffnet. Sei es das beeindruckende Projekt „Rockaway!“ im MoMA PS1, das mit lebhaften Farben Regeneration und Resilienz thematisiert, oder die Stahlskulpturen von Bernar Venet, die zum Nachdenken über Natur und Kunst anregen.

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In Wien stehen die Pfandkellner somit nicht nur für ein neues Konzept des Pfandsammelns, sondern sie sind auch Teil einer größeren Bewegung, die Kunst mit sozialen Themen verknüpft. Hier wird die Frage aufgeworfen, wie wir in unserer urbanen Umgebung miteinander leben und wie Kunst uns dabei helfen kann, das alltägliche Leben ein wenig schöner und respektvoller zu gestalten. Wenn das nicht ein Grund ist, einen Spaziergang entlang der Lerchenfelder Straße zu machen und die neuen „Pfandkellner“ zu besuchen, dann wissen wir auch nicht weiter!