Der Abriss der Abendschule in der Wiedner Plößlgasse

In der Wiedner Plößlgasse geht es zurzeit hoch her! Die Arbeiterkammer Wien hat den Abriss der ehemaligen Abendschule in Planung, um dort einen neuen Youth Campus, liebevoll „Yoca“ genannt, zu errichten. Die Vorbereitungen laufen auf Hochtouren: Das alte Gebäude ist bereits mit Baugittern eingezäunt und die Container für Schutt und Personal stehen bereit. Die Stimmung in der Nachbarschaft ist jedoch angespannt, denn nicht alle sind mit dieser Entscheidung einverstanden.

Besonders die Initiative „Allianz für Substanz“ und „Architects für Future Austria“ machen mobil. Sie argumentieren leidenschaftlich, dass der Erhalt des beständigen Gebäudes nicht nur nachhaltiger, sondern auch sinnvoller wäre. Schließlich wurde die Abendschule 1964 erbaut und 1984 erweitert – ein Stück Geschichte, das für viele Anwohner vielleicht mehr ist als nur ein alter Kasten. Während die Arbeiterkammer auf die Veralterung des Gebäudes und die mangelhafte Barrierefreiheit hinweist, behaupten die Gegner des Abrisses, dass eine Sanierung machbar gewesen wäre. Architekt Peter Thalbauer hat sogar Daten präsentiert, die diese These stützen. Ein wahrhaft hitziges Thema!

Proteste und Pläne für den neuen Campus

Der geplante Youth Campus soll ein Ort für junge Menschen zwischen 15 und 30 Jahren werden. In den neuen Räumlichkeiten sind flexible Räume und Begegnungsflächen vorgesehen – genau das, was die heutige Jugend braucht, um kreativ und vernetzt zu arbeiten. Architekt Martin Haas hat erklärt, dass die Raumaufteilung des alten Gebäudes den modernen Anforderungen nicht mehr gerecht wird. Der Gedanke, dass ein Neubau frischen Wind in die Bildung bringt, ist verlockend, doch die Proteste zeigen, dass nicht alle diesen Wind im Rücken haben.

Die Anrainer sind auf dem Laufenden – eine Sprecherin von MeinBezirk hat angekündigt, dass sie über den genauen Baustart informiert werden. Da könnte der ein oder andere Nachbar, der vielleicht ein bisschen skeptisch ist, noch einmal seine Meinung ändern, wenn er sieht, wie das neue Gebäude Gestalt annimmt. Oder wird der alte Geist der Abendschule im Schatten des neuen Campus verweilen? Man weiß es nicht.

Die Debatte über Abriss oder Sanierung ist nicht nur lokal von Bedeutung, sondern spiegelt auch einen größeren Trend in der Stadtplanung wider. Immer mehr Stimmen fordern den Erhalt von Gebäuden, die Geschichte erzählen, und setzen sich für nachhaltige Lösungen ein. Vielleicht ist das, was hier in der Wiedner Plößlgasse passiert, ein kleiner Mikrokosmos der Diskussionen, die in vielen Städten weltweit geführt werden.

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So oder so, die Wieden bleibt spannend. Ob der neue Youth Campus tatsächlich frischen Wind bringt oder ob die Erinnerungen an die alte Abendschule überwiegen, wird die Zeit zeigen. Bis dahin bleibt nur eines zu sagen: Die Wiener sind bekannt dafür, ihre Stimme zu erheben – und das wird auch hier nicht anders sein.