Feuer, Verlust und Neuanfang: Ein Wiener Paar kämpft ums Überleben
In Wien-Landstraße, genau genommen in der Schlachthausgasse, hat ein schrecklicher Vorfall das Leben von Franz K. (62) und Angela F. (55) auf den Kopf gestellt. Am 24. Mai brach in ihrer 83 Quadratmeter großen Altbauwohnung ein Feuer aus. Was genau passiert ist, bleibt ungewiss. Möglicherweise war es eine Entladung in einer Leitung oder ein Handy, das zum Laden angesteckt war. Eines ist sicher: Die Flammen hinterließen nichts als Zerstörung und das Paar verlor nahezu alles, was ihnen lieb und teuer war.
Franz K. schaffte es, sich ins Freie zu retten. Angela F. und ihr treuer Begleiter, der 14-jährige Hund „Lucky“, mussten bis zur Rettung durch die Feuerwehr am Schlafzimmerfenster ausharren. Beide erlitten Rauchgasvergiftungen und wurden ins Krankenhaus gebracht. Es war ein Albtraum, der nicht nur ihre Wohnung in Schutt und Asche legte, sondern auch rund 2.000 Euro Bargeld und 4.500 Euro für die Räumung der Wohnung kostete. Ein Schicksalsschlag, der sie obdachlos machte.
Ein langer Weg zurück zur Normalität
Nach dem Brand fanden Franz und Angela sich in einer prekären Lage wieder. Sie wechselten zwischen den Unterkünften von Bekannten und Übernachtungen im Freien. Um Hilfe zu bekommen, wandten sie sich an die Wohnberatung Wien, doch die Antwort war ernüchternd: Obdachlosigkeit wurde nicht als begründeter Wohnbedarf anerkannt, und sie erhielten kein Wohnticket. Ihr Schicksal lag nun in den Händen der Wohnungskommission, die erst Ende Juli entscheiden würde.
Das Schicksal sollte jedoch eine Wendung nehmen. Am 17. Juli berichtete die Zeitung „Heute“ über ihren Fall, und das brachte Bewegung in die Sache. Ab dem 21. Juli können Franz und Angela endlich ein möbliertes Doppelzimmer in der FSW-Unterkunft Obdach Gänsbachergasse beziehen. Für 437 Euro im Monat haben sie einen festen Schlafplatz und die Hoffnung auf einen Neuanfang. Einfach toll, oder? Es ist schön zu sehen, wie ein bisschen Öffentlichkeit helfen kann.
Brandgefahr und ihre Folgen
Übrigens, nur ein paar Monate später, am 18. März 2025, ereignete sich ein weiterer Wohnungsbrand in Wien-Landstraße. Ein 43-Jähriger erlitt dabei eine leichte Rauchgasvergiftung. Geschlossene Rollläden erschwerten die Löscharbeiten, und der Brandrauch breitete sich in den obersten Stockwerken aus, sodass viele Bewohner auf die Straße flüchten mussten. Die Feuerwehr war um 5:40 Uhr alarmiert worden, und mit Atemschutz und Hochleistungslüftern wurde das Stiegenhaus belüftet. Ein weiteres Beispiel, wie schnell das eigene Zuhause in Gefahr geraten kann und wie wichtig die schnelle Reaktion der Einsatzkräfte ist.
Unterstützungsangebote für Obdachlose
Der Fall von Franz und Angela zeigt, wie verletzlich Menschen sein können. Oft empfinden sie Scham und haben Schwierigkeiten, Hilfe anzunehmen. In Wien gibt es jedoch ein Team von Straßensozialarbeiter:innen namens „Obdach unterwegs“, das aktiv nach Menschen ohne Obdach sucht, um langfristige Beziehungen aufzubauen. Tageszentren bieten nicht nur einen sicheren Raum, sondern auch Unterstützung bei der Suche nach einer neuen Bleibe. Kapazitäten werden im Winter erweitert, um zusätzliche Übernachtungsmöglichkeiten zu schaffen. Ein Lichtblick für viele, die in der Not sind.
Der Weg zurück in die Normalität ist oft steinig, aber mit ein bisschen Unterstützung und Hoffnung kann er gelingen.
