In den letzten Monaten hat die Diskussion um die Sperrmüllentsorgung in Mariahilf ordentlich Fahrt aufgenommen. Bei einer Bezirksvertretungssitzung im Frühling haben alle Parteien, von den Neos bis hin zu den Grünen, einen gemeinsamen Antrag zur Errichtung von Sperrmüll-Sammelstellen verabschiedet. Der Grund? Viele Mariahilfer finden es schwierig, ihren Sperrmüll selbst zu den Mistplätzen zu transportieren. Vor allem in den engen, dicht verbauten Straßen des Bezirks ist das eine echte Herausforderung.

Der Antrag zielte darauf ab, eine wohnortnahe und unkomplizierte Entsorgung zu ermöglichen. Das sollte nicht nur den Bewohnern das Leben erleichtern, sondern auch das illegale Abstellen von Sperrmüll im öffentlichen Raum reduzieren. Man könnte sagen, es war ein guter Schritt in die richtige Richtung. Die Magistratsabteilung für Abfallwirtschaft und Straßenreinigung, kurz MA 48, hat allerdings Bedenken geäußert und erklärt, dass eine solche Ausweitung auf Sammelstellen im öffentlichen Raum nicht unterstützt wird. Sicherheitsrisiken durch unbeaufsichtigt abgestellten Sperrmüll, hohe organisatorische Aufwände und letztlich ein schlechtes Kosten-Nutzen-Verhältnis stehen im Raum.

Warum bleibt die Sammelstelle ein Traum?

Die MA 48 bietet bereits ein „Bringsystem“ an, bei dem die Bürger ihren Sperrmüll zu 13 Mistplätzen in Wien bringen können. Diese Lösung gilt als kundenfreundlich. Aber für die Mariahilfer bedeutet das dennoch, dass sie weiterhin ihren Sperrmüll in die Kendlerstraße 38a in Ottakring schaffen müssen oder das kostenpflichtige Abholservice der MA 48 nutzen. So bleibt die Hoffnung auf die Sammelstellen erst einmal unerfüllt.

Doch was ist eigentlich Sperrmüll? Laut einem Informationsblatt umfasst er all jene Abfälle, die aufgrund ihrer Größe und Beschaffenheit nicht in die üblichen Abfallbehälter passen. Es sind Dinge wie Matratzen, Teppiche oder zerlegte Möbel. Aber Vorsicht! Dinge wie Bauschutt, Spiegel oder Elektrogeräte gehören nicht in die Sperrmüllmulde und müssen gesondert behandelt werden. Das österreichische Abfallwirtschaftsgesetz erlaubt die Abgabe von Abfällen nur an befugte Sammler oder Abfallbehandler. Also, wenn ihr einen Flyer von den „Kleinmaschinenbrigaden“ bekommt, denkt daran: Das ist ungesetzlich!

Ein Blick auf die Zahlen

Wusstet ihr, dass in Wien jährlich über 25.000 Tonnen Sperrmüll abgegeben werden? Das ist eine Menge! Und der Sperrmüll, der auf Mistplätzen landet, wird zerkleinert und gemeinsam mit Restmüll in Müllverbrennungsanlagen verarbeitet. Dabei entsteht nicht nur Strom, sondern auch Fernwärme. Das klingt irgendwie nachhaltig, oder? Aber umso wichtiger ist es, dass wir alle darauf achten, wie und wo wir unseren Müll entsorgen, um das System nicht zu belasten.

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Für die Mariahilfer bleibt also nur eines: Entweder selbst den Weg zum Mistplatz antreten oder das Abholservice der MA 48 in Anspruch nehmen. Bis eine Lösung für die Sammelstellen gefunden wird, müssen sie sich weiterhin mit den Gegebenheiten arrangieren. Die Diskussion um die Sperrmüllentsorgung bleibt spannend und zeigt einmal mehr, wie wichtig es ist, in einer Stadt wie Wien praktische Lösungen für die Bürger zu finden.