Es ist ein sonniger Nachmittag in Wien-Mariahilf, und während die Kinder auf dem Spielplatz fröhlich umhertollen, sieht die Realität für manch andere hier ganz anders aus. Rund um den Minna-Lachs-Park hat sich ein neuer Drogen-Hotspot entwickelt. Ja, mitten im Herzen der Stadt, nur wenige Schritte von einer Volksschule entfernt, haben sich die Schattenseiten des Lebens eingenistet. Anwohner schildern besorgt, dass Süchtige umherstreifen und Drogenutensilien zurücklassen. Eine Mutter, die regelmäßig mit ihren zwei Kindern, vier und neun Jahre alt, den Park besucht, beschreibt die Situation als bedrohlich. Sie beobachtet Junkies, die sich direkt vor den Augen ihrer Kinder Spritzen setzen, und fragt sich, wo die Polizei bleibt. Auf ihre Notrufe reagiert diese nicht, was die ohnehin schon angespannte Lage weiter verschärft.

Die Stadt Wien, vertreten durch Drogenkoordinator Ewald Locher, sieht die Lage zwar nicht als dramatisch an, doch die betroffenen Eltern empfinden das ganz anders. „Es ist nicht schön, wenn man ständig aufpassen muss“, sagt die Mutter. Locher gibt an, dass Sozialarbeiter täglich im Park präsent sind und versuchen, den Drogenkonsum zu verhindern. Er betont, dass die Zahl der angetroffenen Konsumenten auf einem ähnlich niedrigen Niveau bleibt wie zuvor und im Vergleich zum Vorjahr. Doch bei den Anwohnern kommt das nicht so recht an. Sie fühlen sich allein gelassen mit ihren Sorgen und der Angst um die Sicherheit ihrer Kinder.

Ein Blick in die Zahlen

Was die Situation im Park betrifft, so ist sie nicht nur ein lokales Phänomen. Jährlich wird ein umfassender Bericht zur Drogensituation in Österreich erstellt, der von der Europäischen Beobachtungsstelle für Drogen und Drogensucht (EBDD) sowie dem Gesundheitsministerium in Auftrag gegeben wird. Dies zeigt, dass die Problematik weitreichender ist, als es auf den ersten Blick scheint. Der Drogenbericht 2025 wird die epidemiologische Situation des Jahres 2024 erfassen und wird nicht nur Entwicklungen bei illegalen Drogen, sondern auch die Rahmenbedingungen und Maßnahmen zur Nachfragereduktion beleuchten. Es ist ein ständiger Kampf, den die Städte führen müssen, um der Drogenproblematik Herr zu werden.

Gerade in einer Stadt wie Wien, die so viel zu bieten hat und wo das Leben pulsiert, ist es erschreckend zu sehen, wie schnell sich solche Probleme aufdrängen können. Wie viele andere Städte kämpft auch Wien mit den Herausforderungen, die der Drogenkonsum mit sich bringt. Anwohner und Eltern müssen sich fragen, wie sie ihre Kinder schützen können, während die Stadtverwaltung versucht, das Problem aus einer anderen Perspektive zu betrachten. Der Minna-Lachs-Park, einst ein Ort zum Spielen und Entspannen, hat sich zu einem Brennpunkt entwickelt. Es bleibt abzuwarten, wie die Stadt auf die berechtigten Sorgen der Bürger reagiert und welche Schritte sie unternimmt, um die Situation zu verbessern.