Wurst und Käse neu gedacht: Spar in Margareten testet revolutionäres Feinkost-Terminal
In der Wiener Filiale von Spar in Margareten hat ein ganz besonderer Testlauf begonnen. Hier wurde ein neues Feinkost-Terminal aufgestellt, das die Art und Weise, wie wir Wurst und Käse kaufen, revolutionieren könnte. Erste Kundin, die das neue Wunderwerk entdeckte, war Claudia R., die um 7:40 Uhr auf der Matte stand. Ein Blick auf den Bildschirm genügt, um die Bestellung für die Lieblingswurst einzugeben – sei es der delikate Pragaschinken, der zarte Kalbspariser oder die würzige Salami Ungherese. Und das Beste? Man kann die Menge selbst wählen, von 100 bis 500 Gramm, und sogar die Art der Präsentation, ob schön gelegt oder gestapelt, und die Dicke der Scheiben. Wer also gerne eine Scheibe mehr oder weniger möchte, kann das jetzt ganz einfach steuern!
Nach der Bestellung wird’s richtig praktisch: Während die Wurst frisch zubereitet wird, können Kunden in aller Ruhe andere Dinge einkaufen. Den Zettel mit der Bestellnummer nimmt man einfach mit, und später wird die köstliche Auswahl im Handumdrehen abgeholt. Ein echter Mehrwert für alle, die gerne Zeit sparen und trotzdem auf Qualität nicht verzichten wollen. Doch ob dieses Terminal auch in anderen Filialen Einzug halten wird, hängt von der Akzeptanz der Kunden ab – eine spannende Frage, die sich in den kommenden Wochen zeigen wird.
Selbstbedienung im Trend
Interessanterweise reiht sich dieser Test in einen größeren Trend ein, der sich nicht nur in Österreich, sondern auch in Deutschland vollzieht. Dort boomt die Selbstbedienungskasse (SB-Kasse) in den Supermärkten. Es gibt mittlerweile über 38.000 SB-Kassen im deutschen Einzelhandel, und jede 18. Kasse ist eine Selbstbedienungsvariante. Zwei Drittel davon kommen aus dem Lebensmittelhandel, was zeigt, dass die Kunden bereit sind, einen Teil der Arbeit selbst zu übernehmen. Das EHI Retail Institute stellt fest, dass die Anzahl der SB-Kassen sich in nur zwei Jahren verdoppelt hat – ein deutliches Zeichen für den Wandel im Einkaufsverhalten.
Natürlich gibt es auch kritische Stimmen. Diskussionen über die Vor- und Nachteile dieser Kassenform sind in den sozialen Netzwerken omnipräsent. Einige nennen sie sogar „Diebstahlkassen“. Trotz der Bedenken hinsichtlich Diebstahl und Stellenabbau, sehen viele Händler in diesen Kassen eine zusätzliche Serviceleistung. Lidl plant, bis Anfang 2026 über 1.600 Filialen mit SB-Kassen auszustatten, während Rewe und Penny bereits positive Erfahrungen damit machen konnten. Kaufland betreibt in über 260 Märkten rund 1.700 SB-Kassen und setzt mobile Systeme ein, um das Einkaufserlebnis zu optimieren.
Ein Blick in die Zukunft
Die Zukunft könnte noch aufregender werden. Tests mit komplett kassenlosen Läden, die Waren im Einkaufswagen automatisch erkennen, zeigen, dass die Digitalisierung weiter voranschreitet. Datenschützer warnen jedoch vor der Überwachung in diesen neuen Konzepten. Dennoch betonen Kaufland und Rewe, dass die klassischen Kassen auch in Zukunft bestehen bleiben werden. Die Kundenakzeptanz für SB-Kassen wächst zwar langsam, doch die soziale Interaktion an den klassischen Kassen bleibt für viele weiterhin wichtig – ein Spannungsfeld, das es zu beobachten gilt.
In Wien-Margareten könnte der neue Feinkost-Automat also nicht nur die Art und Weise des Wurstkaufs verändern, sondern auch einen kleinen Teil der größeren Transformation im Einzelhandel widerspiegeln. Ob sich die Wienerinnen und Wiener daran gewöhnen werden, bleibt abzuwarten. Aber eines ist sicher: Die Zeiten des klassischen Einkaufens sind vorbei, und die Zukunft klopft leise an die Türen der Supermärkte.
