Wenn ein Pony seinen 41. Geburtstag feiert, dann ist das nicht nur ein Anlass zum Feiern, sondern ein wahres Wunder der Natur. Im Tierschutzhaus des Wiener Tierschutzvereins hat das Shetlandpony „Grelli“ kürzlich diesen besonderen Tag begangen. Man kann sich das Bild vorstellen: Ein kleines, graues Pony, das trotz seiner 41 Jahre noch voller Lebensfreude ist, auch wenn es keine Zähne mehr hat und nur mit Brei gefüttert wird. „Grelli“ ist nicht nur eines der ältesten Ponys in Österreich, sondern auch ein lebendiges Beispiel für die Kraft der Freundschaft. Zusammen mit seinem besten Freund, dem Lama „Eddie“, zeigt es, dass das Leben auch im Alter noch voller Freude und Zuneigung sein kann.
„Grelli“ und „Eddie“ haben eine ganz besondere Beziehung. Durch die Zeit miteinander hat „Eddie“ nicht nur viel gelernt, sondern auch die Fähigkeit entwickelt, mit der 16-jährigen Lama-Dame „Maja“ zu interagieren. Der Tierheimleiter, Stephan Scheidl, hebt die Bedeutung von sozialen Bindungen für Tiere hervor. „Grelli“, „Eddie“ und „Maja“ sollen im Verbund vermittelt werden, denn ihre Freundschaft ist etwas ganz Einzigartiges. Und das ist in der Welt der Tiere nicht selbstverständlich! Das Pony erhielt an seinem Ehrentag einen speziellen Kuchen, der ganz sicher ein Highlight für alle war, die daran teilnahmen.
Ein Blick in die Geschichte des Tierschutzes
Der Wiener Tierschutzverein, der in diesem Jahr sein 180-jähriges Bestehen feiert, ist eine der ältesten Tierschutzorganisationen Europas. Gegründet von engagierten Bürger:innen im Jahr 1846, hat sich hier eine lange Geschichte des respektvollen Umgangs mit Tieren entwickelt. Es ist kaum zu fassen, dass der Tierschutz in Österreich erst durch das Tierschutzgesetz von 2004 gesetzlich verankert wurde, das Tiere vor Quälerei und Misshandlung schützen sollte. Es gab viele Kämpfe und Proteste, die zu dem führten, was wir heute als unsere Verantwortung gegenüber den Tieren ansehen.
Der Verein bietet nicht nur ein offenes Ohr für tierliebende Menschen, sondern auch professionelle Unterstützung für verletzte Haus- und Wildtiere. An verschiedenen Standorten in ganz Österreich, wie dem Assisi-Tierschutzhof in Stockerau oder der Pferdeklappe in Reutte, setzt man sich unermüdlich für den Tierschutz und die Tierrettung ein. Der Tierschutzverein vermittelt auch genesene Tiere an fürsorgliche Tierfreund:innen, die ihnen ein neues Zuhause bieten wollen. Es ist eine wahre Gemeinschaft, die sich für die Belange der Tiere einsetzt.
Ein besonderes Jubiläum
Anlässlich des 180-jährigen Bestehens wird auch ein Buch erscheinen, das die Entwicklung des Tierschutzes in Wien und Österreich dokumentiert. Die Präsentation findet am 16. April 2026 im Tierschutzhaus Vösendorf statt. Bei dieser Veranstaltung können Interessierte mehr über die Geschichte des Tierschutzes erfahren und an einer Führung teilnehmen. Ein Gespräch zwischen Madeleine Petrovic und Historiker Edgard Haider wird die zentralen Meilensteine des Tierschutzes beleuchten. Und zum Schluss wird der Film „Tierheimhelden“ gezeigt, der sicher viele Herzen berühren wird.
In einem Land, in dem Tierschutz eine immer wichtigere Rolle spielt, ist es ermutigend zu sehen, wie Tiere wie „Grelli“ und seine Freunde nicht nur geliebt, sondern auch respektiert werden. Diese Geschichten sind es, die uns zeigen, wie wertvoll die tierischen Begleiter in unserem Leben sind – egal, ob sie nun 41 Jahre alt sind oder gerade erst geboren worden.
