Gestern war ein ganz besonderer Abend im Theater in der Josefstadt. Bürgermeister Michael Ludwig ehrte dort die beiden herausragenden Persönlichkeiten Alexander Götz und Herbert Föttinger. Die Veranstaltung fand nach der Vorstellung von Peter Turrinis Stück „Was für ein schönes Ende“ statt – ein passendes Umfeld, um die Verdienste dieser beiden Theatergrößen zu würdigen.

Alexander Götz, der seit 1993 in der Josefstadt tätig ist, erhielt das Goldene Ehrenzeichen für seine Verdienste um das Land Wien. Der Mann hat wirklich etwas bewegt! Zunächst war er für das Rechnungswesen und die EDV verantwortlich, bevor er 1999 die Geschäftsführung übernahm. Mit seiner kaufmännischen Expertise hat er entscheidend zur Stabilität des Theaters beigetragen. Man könnte sagen, ohne ihn wäre das Theater vielleicht nicht dort, wo es heute steht.

Herbert Föttinger und seine beeindruckende Bilanz

Herbert Föttinger, der ebenfalls ausgezeichnet wurde – er erhielt den Goldenen Rathausmann – hat als Direktor des Theaters in der Josefstadt ganze 80 Ur- und Erstaufführungen sowie 288 Premieren realisiert. Das ist eine stolze Zahl! Und nicht zu vergessen, er leitete auch die Generalrenovierung des Theaters. Ein echtes Kraftpaket und ein Visionär, der das Theaterleben in Wien über Jahre geprägt hat. Auch Kulturstadträtin Veronica Kaup-Hasler war anwesend und würdigte die Verdienste beider Geehrter. Hat man jemals eine bessere Kombination aus Ehrung und feierlichem Anlass gesehen?

Bürgermeister Ludwig sprach den beiden zum Abschluss gute Wünsche für ihre neuen Lebens- und Berufs-Etappen aus. Und das neue Leading Team des Theaters, bestehend aus Marie Rötzer und Stefan Mehrens, wurde ebenfalls mit besten Wünschen für ihren Neustart bedacht. Es ist eine aufregende Zeit für die Josefstadt, und das Publikum darf auf die kommenden Stücke gespannt sein.

Theatergeschichte in Wien

Doch was wäre das Theater in der Josefstadt ohne seine lange und bedeutende Geschichte? Das k.k. privilegierte Theater wurde 1788 gegründet und hat seither viele Höhen und Tiefen durchlebt. Die Wiener Theatergeschichte beginnt im Mittelalter mit christlichen Dramen und Passionsspielen – eine interessante Reise, die sich über Jahrhunderte erstreckt. Im 16. Jahrhundert wurden Komödien in der alten Universitätsaula aufgeführt und die Jesuiten förderten die lateinisch-katholischen Spiele während der Gegenreformation.

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Die Barockzeit brachte die Entwicklung eines eigenständigen Berufstheaters mit sich, das stark von der italienischen Oper geprägt war. Ab Mitte des 17. Jahrhunderts erlebte Wien eine Blütezeit musikalischer Theaterfeste und italienischer Opernaufführungen. Das Kärntnertortheater wurde 1709 als feste Spielstätte für das Wiener Volkstheater gegründet und hat bis heute einen besonderen Platz in den Herzen der Menschen.

Die Theater in Wien haben sich über die Jahrhunderte hinweg ständig weiterentwickelt. Der Einfluss von Persönlichkeiten wie Christoph Willibald Gluck, der die Oper reformierte, ist unverkennbar. Die Ringstraßenära brachte monumentale Neubauten, die das Stadtbild prägen, und auch im 20. Jahrhundert erlebte die Theaterlandschaft eine spannende Evolution mit der Dominanz von Privattheatern und großen Bundestheatern.

So bleibt das Theater in der Josefstadt nicht nur ein Ort der Aufführungen, sondern auch ein lebendiger Teil der Wiener Kulturgeschichte. Die Ehrung von Götz und Föttinger zeigt, wie wichtig es ist, solche Persönlichkeiten zu würdigen, die in der Vergangenheit und Gegenwart das kulturelle Leben der Stadt bereichern.