Der Stephansdom, das Herzstück Wiens, zeigt sich momentan etwas versteckt hinter einem Gerüst. Der zentrale Eingang, das prächtige Riesentor, wird einer gründlichen Untersuchung unterzogen. Das Ganze geschieht 30 Jahre nach der letzten umfassenden Restaurierung, die zwischen 1995 und 1997 stattfand. Dombaumeister Wolfgang Zehetner und Petra Weiss, Fachdirektorin des Bundesdenkmalamtes, haben die aktuellen Arbeiten erläutert. Der Zustand des romanischen Portals wird als „sehr gut“ beschrieben, doch es besteht Bedarf an Nachsorge.

Die ersten Arbeitsschritte konzentrieren sich auf die Sockelbereiche, wo sich Bodensalz eingelagert hat – ein kleiner, aber hartnäckiger Feind der historischen Substanz. Zudem werden witterungsanfällige Vorsprünge mit einer schützenden Überdachung versehen, um das ornamentale Gesims in Zukunft besser vor den Launen der Natur zu bewahren. Es ist wichtig, diese Maßnahmen zu ergreifen, um die Schönheit und Stabilität des Tores zu garantieren.

Einblick in die Restaurierungsgeschichte

Das Riesentor, das seinen Namen von der mittelalterlichen Bezeichnung „Ristor“ für trichterförmige Portale ableitet, erstrahlte einst in bunten Farben – Reste der ursprünglichen Farbfassung sind nachweisbar. Bei der letzten Restaurierung wurde eine schwarze Schmutzkruste entfernt, und jetzt stehen die Erhaltungsmaßnahmen auf der Agenda. Es werden keine farblichen Auffrischungen geplant, sondern nur die unbedingt notwendigen Arbeiten durchgeführt, um die Authentizität des Tores zu bewahren. So bleibt der Charakter des Riesentors, das im 13. Jahrhundert erbaut wurde, erhalten.

Die aktuellen Arbeiten gehen über eine bloße Auffrischung hinaus. Sie sind Teil eines langfristigen Konzepts zur Erhaltung des historischen Erbes. Ab 2024 wird eine neue Zustandsbewertung unter der Leitung von Mag.a Andrea Hackel geplant, gefolgt von einer umfassenden Evaluierung der Restaurierungsmaßnahmen von damals. Diese neuen Untersuchungen sollen nicht nur den Erhalt des Riesentors sichern, sondern auch zur Weiterentwicklung von Methoden für die Evaluierung von Konservierungs- und Restaurierungsmaßnahmen beitragen.

Die Herausforderungen der Erhaltung

Feuchtigkeit bleibt eine der Hauptursachen für Schäden an historischer Bausubstanz. Um dem entgegenzuwirken, wurde bereits eine Dachkonstruktion errichtet, die den Steinbestand vor Wassereintrag schützt. Die ersten Schutzmaßnahmen zur Reduktion von Feuchtigkeits- und Salzschäden sollen 2026 umgesetzt werden. Bei einem Fachgespräch am 25. Juni 2026 werden die aktuellen Ergebnisse und geplanten Maßnahmen vorgestellt – es bleibt also spannend!

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Die Evaluierung der bisherigen Restaurierung wird nicht nur einem nostalgischen Rückblick dienen, sondern auch einen Blick in die Zukunft ermöglichen. Man möchte schließlich sicherstellen, dass das Riesentor auch für kommende Generationen ein strahlendes Symbol Wiens bleibt. Die laufenden Arbeiten sind ein Zeichen dafür, dass man die Wichtigkeit langfristiger Forschung und regelmäßiger Evaluierungen für die Erhaltung solch historischer Substanz erkannt hat.