Gerade in Wien, wo die Vielfalt an Kulturen aufeinandertreffen, spielt der Wiener Gesundheitsverbund eine zentrale Rolle in der gesundheitlichen Versorgung. Über 30.000 Mitarbeiterinnen aus mehr als 90 Nationen in über 65 Berufsgruppen sorgen dafür, dass die Bedürfnisse aller Patientinnen berücksichtigt werden. Im Rahmen des Europäischen Monats der Vielfalt, der im Mai gefeiert wurde, hat der Gesundheitsverbund sein Engagement für eine diversitätssensible Versorgung eindrucksvoll unter Beweis gestellt.
In diesem Zusammenhang wurden einige spezielle Angebote vorgestellt, die das Herzstück der Diversitätsarbeit bilden. Die Klinik Hietzing beispielsweise bietet eine einzigartige stationäre Sozialpsychiatrie für Menschen mit Behinderungen, die sowohl intellektuelle Beeinträchtigungen als auch psychische Erkrankungen berücksichtigt. In der Klinik Favoriten hingegen wurde eine Down-Syndrom-Ambulanz eingerichtet, die interdisziplinäre Begleitung von der Diagnose an ermöglicht. Hier arbeiten Teams aus Medizin, Psychologie und Sozialer Arbeit Hand in Hand, um den Betroffenen bestmöglich zur Seite zu stehen.
Ein Bisschen für Jeden
Ebenso bemerkenswert ist die Klinik Landstraße, die mit 30 verschiedenen Kostformen aufwartet. Hier wird nicht nur auf medizinische Anforderungen geachtet, auch persönliche Ernährungsweisen, Allergien und religiöse Essensregeln finden Berücksichtigung. Mit einem hohen Bio-Anteil von 46% und einem besonderen Fokus auf pflanzenbasierte Ernährung wird hier eine frische und gesunde Kost angeboten. Und in der Klinik Ottakring gibt es eine Ambulanz für Migrationsmedizin, die speziell für Kinder Erstabklärungen bietet und Unterstützung im neuen Gesundheitssystem leistet. Das ist doch einfach klasse!
Zur weiteren Sensibilisierung und Fortbildung der Mitarbeiter*innen werden im Wiener Gesundheitsverbund auch regelmäßig Schulungen angeboten. Diese Fort- und Weiterbildungen zielen darauf ab, die Diversitätskompetenz zu stärken. Außerdem begleitet der Podcast KLINIKKOSMOS die Veranstaltungen und beleuchtet spannende Themen, wie zum Beispiel Dermatologie für People of Color oder roboterassistierte Eingriffe. Wer hätte gedacht, dass man beim Podcast auch noch so viel lernen kann?
Der Aktionsplan für ein inklusives Gesundheitswesen
Aber das ist noch nicht alles! Am 18. Oktober 2023 wurde der Startschuss für einen Aktionsplan gegeben, der ein diverses, inklusives und barrierefreies Gesundheitswesen zum Ziel hat. Bis Dezember 2023 konnten Ideen und Maßnahmen beim Bundesministerium für Gesundheit eingereicht werden. Ein spannender Prozess, bei dem im Frühjahr 2024 sieben Fachgespräche mit Betroffenenverbänden und anderen Organisationen geplant sind. Die Vorschläge werden dann genutzt, um einen Entwurf für den Aktionsplan zu erstellen. Das Ganze wird im Juli 2024 in ein Stellungnahmeverfahren gegeben, wo die beteiligten Verbände bis Mitte August die Möglichkeit haben, ihre Meinungen abzugeben.
Die Organisation dieser Fachgespräche erfolgt in enger Abstimmung mit einem Steuerungskreis, der verschiedene Beauftragte der Bundesregierung sowie den Deutschen Behindertenrat umfasst. Hier wird wirklich alles daran gesetzt, dass die Stimme der Betroffenen gehört wird und ihre Bedürfnisse in den Aktionsplan einfließen können.
Ein Blick in die Zukunft
Die Gesundheitsversorgung in Wien steht also nicht still. Mit einem klaren Fokus auf Diversität und Inklusion wird hier ein wichtiges Fundament gelegt, das weit über die Grenzen der Stadt hinausstrahlt. Und während die Stellungnahmen derzeit bearbeitet werden, zeigt sich, dass das Engagement für ein barrierefreies Gesundheitswesen nicht nur ein leeres Versprechen ist. Die Zukunft verspricht viel – und wir können gespannt sein, was da noch kommt!
