Die Hitze hat Wien fest im Griff – und das nicht nur in den Straßencafés oder auf den Donauinseln. In der Höheren Lehranstalt für Wirtschaft international in St. Veit wird der Unterricht zur schweißtreibenden Herausforderung. Temperaturen bis zu 35 Grad in den Klassenräumen sind keine Seltenheit. Da bleibt’s nicht aus: Um den Schülern ein erträglicheres Lernen zu ermöglichen, mussten die Klassen zum Teil evakuiert und in kühlere Räume verlegt werden. Ein einfaches Lüften ist nicht genug, denn die Belüftungsanlagen der Schule lassen die Hitze nur ungeniert rein. Ein Kühlsystem? Fehlanzeige!

Die Direktorin, Gerlinde Zergoi-Wagner, macht deutlich: „Die Belüftungen ziehen die Außenluft herein und bringen uns die Hitze direkt ins Klassenzimmer.“ An manchen Tagen ist der Unterricht im schlecht isolierten Zubau am Nachmittag schlichtweg unmöglich. Besonders ärgerlich ist das, wenn man bedenkt, dass die Matura – die finale Prüfung – im kühlsten Raum abgehalten werden musste, um einen reibungslosen Ablauf zu garantieren. Die Schule hat seit einem Jahr eine Outdoor-Klasse, die bei diesen Temperaturen unter einer Markise eher zur Sauna wird als zur Lernstätte.

Alternative Aktivitäten statt Hitze

Einige Klassen sind derzeit gar nicht vor Ort: Die Abschlussklassen haben bereits das Weite gesucht, während andere sich auf Praxis oder Sommersportwoche befinden. Um den letzten Schulwochen dennoch etwas Leben einzuhauchen, plant die Schule ein Alternativprogramm. Erste-Hilfe-Kurse und Ausflüge stehen auf dem Plan. Das klingt nach einer willkommene Abwechslung! Und während draußen die Sonne knallt, könnte das den Schülern vielleicht sogar Freude bereiten.

Was viele nicht wissen: Hohe Temperaturen in Schulen können die Konzentration der Schüler stark beeinträchtigen. Ab 30 Grad Celsius sind laut ASR A3.5 „wirksame Maßnahmen“ erforderlich, und ab 35 Grad gilt der Klassenraum ohne Spezialschutz als ungeeignet für den Unterricht. Das wird nicht nur für die Gesundheit der Kinder zur Herausforderung, sondern könnte auch ihre Abiturnoten negativ beeinflussen. Dehydrierung ist ein ernstes Thema, vor allem in diesen Tagen, in denen die Sonne unbarmherzig vom Himmel brennt.

Das Thema Hitze im Unterricht

Die rechtlichen Rahmenbedingungen sind klar: Bei über 26 Grad sollte man ergänzende Maßnahmen prüfen, ab 30 Grad müssen Kurzstunden oder Trinkwasser bereitgestellt werden. Wenn die Temperaturen die 35-Grad-Marke überschreiten, ist eine Verlegung des Unterrichts oder das Schließen der Räume angesagt. Die „26-30-35-Ampel“ ist da eine praktische Orientierung. Aber wie sieht es mit der Umsetzung an Schulen aus? In vielen Bundesländern gibt es unterschiedliche Regelungen. In Nordrhein-Westfalen etwa gilt Hitzefrei ab 27 Grad, während in Berlin die Schulleitung den Unterricht auf kürzere Einheiten umstellen kann.

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Um dem Hitzestress entgegenzuwirken, gibt es empfehlenswerte Tipps von Dr. Simone Peters, einer Expertin für technische Schutzmaßnahmen. Lüften in den frühen Morgenstunden, ausreichend Flüssigkeit für alle – das sind kleine, aber effektive Maßnahmen, die Schulen organisatorisch umsetzen können. Und warum nicht das Thema Hitze direkt in den Unterricht integrieren? So können Schüler lernen, wie sie sich bei hohen Temperaturen selbst schützen können. Materialien dazu stehen bereit, um das Bewusstsein zu schärfen.

In einer Zeit, in der Hitzerekorde zur Normalität werden, wird es immer wichtiger, dass Schulen sich darauf einstellen. Die Herausforderungen sind groß, aber mit einem durchdachten Hitzeschutz-Plan kann man dem Unterricht auch bei tropischen Temperaturen ein Stück Normalität zurückgeben. Die Hitze wird uns nicht so schnell loslassen – jetzt heißt es kreativ werden!