In Favoriten, einer der lebhaftesten Gegenden Wiens, stehen die Bewohner der Heimkehrersiedlung vor großen Herausforderungen. Hier lebt die Familie Ljubic, die seit Jahrzehnten fest verwurzelt ist. Josef, der in dieser Siedlung aufgewachsen ist, und seine Frau Silvia, die vor 40 Jahren zu ihm gestoßen ist, haben sich ein kleines Stück vom Himmel geschaffen. Ihr Grundstück, fast 900 Quadratmeter groß, thront neben dem Elternhaus von Josef. Doch nun droht eine Umwidmung, die ihre Pläne über den Haufen werfen könnte.

Die Stadt Wien hat einen Flächenwidmungs- und Bebauungsplan ins Leben gerufen, um Spekulanten das Handwerk zu legen. Das klingt erst einmal nach einer positiven Sache, doch die Ljubics und viele Nachbarn fühlen sich wie die Verlierer in diesem Spiel. Die Baufluchtlinien, die quer durch ihre Grundstücke verlaufen, verbieten es ihnen, hinter diesen Linien zu bauen – selbst ein geplanter Wintergarten für die Ljubics ist damit nicht mehr möglich. In einem besonders tragischen Beispiel kann ein Nachbar nicht einmal einen abgebrannten Schuppen neu bauen, da ihm die Baugenehmigung verwehrt bleibt.

Petition gegen die Umwidmung

Eine Petition, die gegen die Flächenwidmung protestiert, hat bereits 500 Unterschriften gesammelt und wird nun im Gemeinderat behandelt. Die Anwohner argumentieren, dass die Umwidmung den Wert ihrer Grundstücke mindern könnte. Josef Ljubic selbst ist sich sicher: „Wir sind keine Spekulanten, wir wollen einfach nur den Grund unserer Familie bewahren.“ Das ist ein verständlicher Wunsch, denn die Familientradition und der eigene Lebensraum sind für viele unbezahlbar.

Die Bezirksvorstehung hingegen sieht das Ganze anders. Sie erklärt, dass nur die Grundstücke betroffen sind, die als Spekulationsobjekte gelten. Für die Ljubics ist das schwer nachzuvollziehen. Über die Jahre haben sie das Grundstück ihrer Schwester gekauft und wollten ein kleines Haus für ihre Tochter bauen. Diese Träume scheinen nun in weite Ferne gerückt zu sein.

Bauleitplanung und ihre Herausforderungen

Was bedeutet das alles im größeren Kontext? Das Städtebaurecht, das in Österreich und Deutschland eine wichtige Rolle spielt, legt die rechtlichen Rahmenbedingungen für die Nutzung von Boden fest. Es soll eine geordnete städtebauliche Entwicklung fördern und berücksichtigt dabei sowohl private als auch öffentliche Belange. Im Mittelpunkt stehen hierbei die Bauleitplanung und die Flächennutzungspläne. Die Baupolizei hat zwar betont, dass bestehende Gebäude erhalten bleiben können, aber bauliche Erweiterungen werden nicht als Sanierungen anerkannt. Ein Dilemma für viele, die in solchen Altbaugebieten leben.

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Die Herausforderungen, die die Ljubics und ihre Nachbarn momentan erleben, sind symptomatisch für eine Vielzahl von Städten. Während die Politik versucht, Spekulation zu verhindern, leiden oft die, die einfach nur ihren Wohnraum schützen wollen. Wie es mit der Petition weitergeht, bleibt abzuwarten – doch eines ist klar: Die Stimmen der Anwohner müssen gehört werden.