Zeckenalarm in Wien: So schützt ihr euch und eure Kinder!
Heute ist der 19.07.2026 und in der Donaustadt blüht das Leben. Die Sonne strahlt, die Parks sind voll von fröhlichen Menschen und die Natur ruft uns nach draußen. Doch Vorsicht! In den schattigen Ecken und im hohen Gras lauern kleine, gefräßige Gesellen – die Zecken. Gerade in Wien, besonders im Wienerwald, auf der Donauinsel und in zahlreichen Parkanlagen sind sie weit verbreitet. Aber was wissen wir wirklich über diese kleinen Plagegeister?
Der Infektiologe Marton Széll hat sich mit den Mythen rund um Zeckenstiche beschäftigt und räumt mit einigen Missverständnissen auf. Ein häufiges Missverständnis ist der Begriff „Zeckenbiss“ – tatsächlich handelt es sich um einen Zeckenstich. Diese kleinen Spinnentiere können gefährliche Krankheiten wie FSME (Frühsommer-Meningoenzephalitis) und Borreliose übertragen. Wie kann man sich also schützen? Széll empfiehlt, bei Aktivitäten im Freien lange Kleidung zu tragen und Zeckenabwehrsprays zu benutzen. Wenn man sich in der Natur aufhält, sollte man wissen: Zecken halten sich nicht in Bäumen auf, sondern verstecken sich im hohen Gras, in Büschen und im Unterholz.
Wichtige Schutzmaßnahmen
Besonders bei Kindern ist Vorsicht geboten, denn sie sind oft ungestüm und verbringen viel Zeit im Freien. Das macht sie zu einem bevorzugten Ziel für Zecken. Tatsächlich können bis zu 30 % der Zecken Borrelien tragen, jedoch ist die Übertragung eher selten. Ein schnelles Entfernen der Zecke ist entscheidend. FSME kann sofort nach dem Stich übertragen werden, während Borreliose meist erst nach 12-24 Stunden übertragen wird. Beliebte Körperstellen für diese kleinen Blutsauger sind Kniekehlen, Achselhöhlen, Leisten, Gesäßfalten und die Kopfhaut. Für die Entfernung empfiehlt sich eine Zeckenkarte oder eine feine Pinzette. Öl oder Klebstoff sind nicht notwendig – das ist ein weiterer Mythos, den Széll entlarvt.
Wenn nach einem Zeckenstich Fieber oder starke Kopfschmerzen auftreten, sollte man unbedingt einen Arzt aufsuchen. Eine Untersuchung der entfernten Zecke im Labor ist in der Regel nicht notwendig. Und was den Schutz gegen FSME betrifft, so ist die Impfung die beste Maßnahme. Diese sollte alle fünf Jahre aufgefrischt werden. Übrigens, die Fächereinschränkung für Impfungen wurde aufgehoben, sodass Großeltern sich gleichzeitig mit ihren Enkeln impfen lassen können – ein kleiner Lichtblick für alle, die immer noch zögern.
Die Impfung – Ein wirksamer Schutz
Gerade bei Kindern ist eine FSME-Impfung besonders wichtig. Die Erkrankungen verlaufen bei den Kleinen in der Regel leichter als bei Erwachsenen, was jedoch nicht bedeutet, dass man das Risiko eingehen sollte. Eine Auswertung aus Baden-Württemberg zeigt, dass schwere Krankheitsverläufe bei Kindern bei etwa 25 % und bei Erwachsenen sogar bei 50 % liegen. Auch neurologische Folgeschäden sind bei Erwachsenen deutlich häufiger. Kinder sind besonders gefährdet, weil sie oft draußen spielen und sich in der Natur aufhalten. Die Impfung ist der einzige wirksame Schutz, und zwei Impfstoffe stehen für Kinder ab einem Jahr zur Verfügung.
Die Entscheidung zur Impfung sollte immer nach dem Expositionsrisiko getroffen werden. Und ja, es kann nach der Impfung zu Fieber kommen – etwa 15 % der ein- bis zweijährigen Kinder und 5 % der Drei- bis Elfjährigen sind davon betroffen. Aber das ist ein kleiner Preis für den Schutz vor einer ernsthaften Erkrankung. Schließlich gibt es keine spezifische Behandlung bei einer FSME-Erkrankung, und der Nutzen der Impfung überwiegt die möglichen Risiken.
Also, wenn ihr euch das nächste Mal in die Natur wagt, denkt daran: Ein bisschen Vorsicht kann nicht schaden. Tragt lange Kleidung, nutzt Zeckenabwehrsprays und vergesst nicht, die Kleinen impfen zu lassen. So steht einem unbeschwerten Tag im Freien nichts mehr im Weg!
