Wiener Seife: 20 Jahre Tradition und Innovation im Herzen der Stadt
Heute ist der 12.06.2026, und während wir in Wien diesen besonderen Tag feiern, darf ein ganz besonderes Ereignis nicht unerwähnt bleiben: Die Wiener Seife hat ihr 20-jähriges Bestehen gefeiert! Ja, richtig gehört, seit 2006 ist die charmante Seifenmanufaktur von Sonja Baldauf ein fester Bestandteil der Stadt und ihrer traditionsreichen Handwerkskunst. Ursprünglich war die Seifensieder-Tradition stark rückläufig, doch Baldauf hat mit viel Herz und Leidenschaft das Ruder herumgerissen.
Die Geschichte beginnt, als sie von Friedrich Weiss, dem letzten Seifensieder Wiens, durch eine Dokumentation erfährt. Fasziniert von der Kunst des Seifensiedens, übernahm sie seine wertvollen Rezepturen und startete ihre eigene Manufaktur in der Landstraße. Ein mutiger Schritt in einer Zeit, in der kaum jemand an die Rückkehr dieser alten Zunft dachte. Die Familie Weiss, die seit 1924 in Stadlau tätig war, hatte mit dem plötzlichen Tod von Friedrich Weiss eine große Lücke hinterlassen. Sonja Baldauf, mit ihrem unermüdlichen Engagement, füllte diese Lücke und begann, die Seifen in kleinen Mengen zu produzieren.
Vom Ein-Frau-Betrieb zum Familienunternehmen
Im Jahr 2008 trat Christoph Heggling, ihr Ehemann, in das Unternehmen ein. Gemeinsam schafften sie den Sprung von einem kleinen Ein-Frau-Betrieb zu einem florierenden Familienunternehmen. Ein echter Erfolg, der nicht nur die beiden, sondern auch die Wiener Seifensieder-Tradition neu belebt hat. Heute hat die Wiener Seife nicht nur eine neue Produktionshalle im Gewerbering Favoriten bezogen, sondern bietet auch Platz für einen Besucherbereich und ein kleines Museum. Ein Ort, an dem die Besucher die Geschichte des Seifensiedens hautnah erleben können.
Doch was macht die Wiener Seife so besonders? Nun, sie kombinieren alte Traditionen mit frischen Ideen. Während sie die traditionellen Rezepturen beibehalten, sind sie auch offen für neue Düfte und innovative Produkte. Handgefertigte Seifen aus natürlichen Rohstoffen, schonend hergestellt nach dem Kaltrührverfahren, versprechen hohe Qualität und pflegende Eigenschaften. Einige traditionelle Sorten von Friedrich Weiss wurden übernommen, während gleichzeitig neue Kreationen das Sortiment bereichern.
Ein Blick in die Geschichte der Seifensiederei
Das Handwerk der Seifensiederei hat eine lange Geschichte, die bis ins Hochmittelalter zurückreicht. Ursprünglich war das Gewerbe oft nur am Stadtrand geduldet, nicht zuletzt aufgrund der Brandgefahr und des Gestanks. Seife wurde traditionell aus billigem Tierfett, Pottasche und Ätzkalk hergestellt – ein ganz anderer Ansatz als die heutigen, hochwertigen Zutaten. Interessanterweise wurden Seifensieder und Lichtzieher oft von ein und demselben Handwerker ausgeübt. Die Kunstfertigkeit und das Wissen darum, Seife herzustellen, waren also eng miteinander verbunden.
Das Wappen der Seifensieder, mit einem roten Hintergrund und einem goldenen, blau gezungten Löwen, der auf drei grünlich-weiße Seifenstücke tritt, ist ein faszinierendes Erbe, das die Bedeutung und den Stolz dieser Zunft widerspiegelt. Auch wenn es im Jahr 1576 ein Verbot der Seifenherstellung aus Unschlitt gab, da günstigere Varianten aus Böhmen und Venedig importiert werden konnten, bleibt das Handwerk bis heute ein wichtiger Teil der Wiener Kultur.
So blickt die Wiener Seife mit Stolz auf 20 Jahre zurück und blickt voller Zuversicht in die Zukunft. Der Duft von Tradition und Innovation liegt in der Luft – und wir dürfen gespannt sein, welche neuen Kreationen uns in den kommenden Jahren überraschen werden!
