In Wien-Döbling, wo sich Tradition und Modernität die Hand geben, hat sich ein ehemaliges Hochhaus in ein leuchtendes Symbol der Vielfalt verwandelt. Das beeindruckende Wandgemälde „In Equality“, das nun die Fassade des einstigen APA-Hochhauses ziert, ist nicht nur das größte Kunstwerk seiner Art in Österreich, sondern auch ein Statement für Buntheit, Toleranz und Offenheit. Über 800 Liter Farbe und 830 Spraydosen hat der spanische Künstler Okuda San Miguel dafür verwendet – das Ergebnis? Ein spektakuläres Mural, das sich über stolze 1.100 Quadratmeter erstreckt.

Das Hochhaus, das in den 1970er Jahren eröffnet wurde und bis 2005 als Sitz der Austria Presse Agentur diente, hat nach der Übersiedlung der APA eine triste Zeit hinter sich. Mit Holzplanken verbarrikadiert, schien es beinahe vergessen zu werden. Doch nun, pünktlich zum Start der ESC-Woche, erstrahlt es in neuem Glanz! Das Projekt wurde in Zusammenarbeit mit der Stadt, dem Grundstückseigentümer Buwog und der Wiener Streetart-Organisation Calle Libre realisiert und bringt frischen Wind in die Gegend.

Ein Treffpunkt für Street Art

Döbling wird 2026 Austragungsbezirk des Street Art-Festivals Calle Libre – das Mural ist also der perfekte Auftakt! Besucher haben die Möglichkeit, die Gunoldstraße im Rahmen von Führungen zu erkunden, und das wird bestimmt ein Highlight für alle Kunstinteressierten. Ein bisschen wie ein Magnet zieht das Wandgemälde nun Menschen an, die sich für die kreative Szene der Stadt interessieren.

Die Zukunft des ehemaligen APA-Turms bleibt unterdessen ungewiss. Buwog hat das Gebäude von einer Signa-Projektgesellschaft erworben, doch ob es revitalisiert oder abgerissen wird, steht noch in den Sternen. Fakt ist, die geplante Stadtentwicklung umfasst 2,5 Hektar mit Wohnungen, Gewerbeflächen und Grünraum – Details sind allerdings noch Mangelware. Ein städtebauliches Leitbild muss erst noch beschlossen werden. Man fragt sich, was mit diesem kreativen Zentrum geschehen wird.

Die Wirkung von Murals

Interessanterweise untersucht eine Diplomarbeit die Auswirkungen von Street-Art, insbesondere von Murals, auf die städtebauliche Aufwertung in Wien. Dabei wird der Kausalzusammenhang zwischen diesen Kunstwerken und den Aufwertungsprozessen in der Stadt beleuchtet. Es ist spannend zu sehen, wie Murals nicht nur als bunte Farbtupfer in der urbanen Landschaft fungieren, sondern auch die Wahrnehmung und das Image eines Stadtteils beeinflussen können. In vielen Städten, auch in Nordamerika, scheint es einen klaren Zusammenhang zwischen Gentrifizierung und der Präsenz von Murals zu geben.

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Die Forschungsarbeit geht sogar weiter und analysiert, wie Murals unter bestimmten Voraussetzungen positive Effekte auf Aufwertungsprozesse haben können. Dabei wird auch der Einfluss der Kunst im öffentlichen Raum auf die Menschen thematisiert. Man könnte fast sagen, dass diese bunten Bilder mehr sind als nur ein Augenschmaus – sie können tatsächlich das Gesicht eines Stadtteils verändern und neue Lebensqualität schaffen.

Insofern könnte das Wandgemälde am ehemaligen APA-Turm nicht nur ein Kunstwerk sein, sondern möglicherweise auch ein Vorbote für einen Wandel in Döbling. Was immer die Zukunft bringt – eines steht fest: Kunst hat die Kraft, Räume und Menschen zu verbinden.