Walking Football: Die sanfte Revolution des Fußballs in der Brigittenau
In der Brigittenau, wo die Luft nach frischem Rasen und einer Prise Sportler-Euphorie duftet, hat sich seit 2023 etwas Neues und Aufregendes etabliert: Walking Football! Eine Variante des Fußballs, die sich ganz dem Gehen verschrieben hat. Hier darf man nicht rennen, Körperkontakt ist tabu. Die Gelenke der Spieler – besonders die, die etwas älter sind – werden geschont, und ja, das ist ein echter Segen für viele, die vielleicht schon das ein oder andere Zipperlein haben. Wer hätte gedacht, dass das Runde ins Eckige so sanft und doch voller Leidenschaft sein kann?
Uwe Mauch, ein echter Pionier in dieser Disziplin, hat das Konzept nach einer Studienreise nach Deutschland mitgebracht. Er ist der Trainer und Gründer der Walking Football Austria Academy und sorgt dafür, dass die Regeln, die 2011 in England entwickelt wurden, auch hierzulande Fuß fassen. Gespielt wird auf einem verkleinerten Feld – etwa ein Viertel der Normalgröße – und zwar sechs gegen sechs, ohne Torhüter. Und das Beste? Vor dem Spiel gibt’s eine halbe Stunde gemeinsames Aufwärmen. Da wird gelacht, geschwitzt und sich auf das Spiel eingestimmt.
Die Regeln und der Spielablauf
Die Regeln sind ein bisschen anders als beim klassischen Fußball, aber die Grundelemente bleiben erhalten. Hier wird nur gegangen – das bedeutet, ein Fuß muss immer den Boden berühren. Ein Schiedsrichter sorgt für Ordnung und entscheidet über die Einhaltung der Gehe-Regel. Wer zu schnell ist, bekommt einen Freistoß gegen sich. Körperkontakt und Fouls sind nicht nur unerwünscht, sondern auch nicht erlaubt, was besonders für Spieler über 55 Jahren wichtig ist. Schließlich möchte niemand, dass das Spiel in einem schmerzhaften Erlebnis endet!
Die Spielhöhe beträgt etwa einen Meter, und Kopfbälle sind ebenfalls verboten. Die Tore sind nur halb so hoch wie die üblichen, also auch hier alles etwas entspannter. Die Spieler sind eine bunte Mischung aus ehemaligen Vereinsspielern und all jenen, die einfach gerne aktiv sind – eine spannende Mischung, die für viel Freude auf dem Platz sorgt.
Ein Sport für alle
Die Brigittenauer haben Glück, denn momentan wird nur hier Walking Football angeboten, und zwar regelmäßig mittwochs von 18 bis 20 Uhr und freitags von 9 bis 11 Uhr. Im November sind zudem sechs Termine in der VHS Floridsdorf geplant. Man merkt, dass dieser Sport in Österreich noch nicht die große Verbreitung gefunden hat, wie zum Beispiel in England, wo bereits etwa 200.000 Menschen diese sanfte Fußballvariante spielen. Das könnte sich allerdings schnell ändern, denn die Begeisterung für Walking Football wächst.
Hermann Krist, der Präsident des ASKÖ, zeigt sich begeistert über die Einführung dieser Sportart. Auch Petra Huber, die Vizepräsidentin, hebt hervor, wie wichtig das gemeinschaftliche Spiel ist, bei dem Technik, Fairplay und Gesundheit im Vordergrund stehen. Michael Maurer, der Generalsekretär, sieht Walking Football sogar als geniale Möglichkeit, die körperliche Betätigung wieder ins Leben der Menschen zu bringen. Und das ist besonders wichtig, denn in einer Zeit, in der viele dazu neigen, sich weniger zu bewegen, bietet Walking Football einen perfekten Ausgleich.
Ein Blick über die Grenzen hinaus
Walking Football ist nicht nur ein Trend in Österreich. In ganz Europa ist die langsame Variante des Fußballs auf dem Vormarsch. Die Regeln sind klar: Laufen, Körperkontakt und Grätschen sind verboten. Der Ball darf maximal in Hüfthöhe gespielt werden, und das alles ohne Torwart auf einem kleinen Spielfeld. Es ist keine Überraschung, dass auch namhafte Proficlubs wie FC Schalke 04 oder Werder Bremen diese Sportart unterstützen.
Bei den 3. Württembergischen Walking Football Meisterschaften im Juli 2026 in Mietingen war die Begeisterung spürbar – die Spvgg Berneck/Zwerenberg belegte den vierten Platz in der Altersklasse Ü50. Solche Events zeigen, dass die Nachfrage nach dieser Sportart steigt und immer mehr Menschen die Vorteile des Walking Football entdecken.
In einem Umfeld, in dem körperliche Gesundheit und soziale Teilhabe immer wichtiger werden, ist Walking Football ein echter Lichtblick. Hier wird nicht nur Sport betrieben, sondern auch Freundschaften geschlossen und die Lebensqualität gesteigert. Also, warum nicht selbst mal vorbeischauen und mitspielen? Wer weiß, vielleicht entdeckt man sein neues Lieblingshobby. Das Runde ins Eckige – ganz entspannt!
