Es war einmal ein prächtiges Gebäude in der Harmoniegasse 10, das von dem berühmten Star-Architekten Otto Wagner entworfen wurde. Dieses Gründerzeithaus hat eine bewegte Geschichte hinter sich. Lange Zeit stand es größtenteils leer und erlebte einen schleichenden Verfall. Es ist schon traurig, wenn man bedenkt, dass vor zwei Jahren nur zwei von insgesamt 18 Wohnungen bewohnt waren. Das hat nicht nur dem Gebäude geschadet, sondern auch den Menschen, die dort lebten. Die verbliebenen Mietparteien waren seit über 30 Jahren in ihren Wohnungen – ein echter Teil der Hausgeschichte!

Im April 2024 kam es dann zu einem Aufschrei: Aktivistinnen und Aktivisten besetzten das Haus, um gegen die Immobilienspekulation zu protestieren. Die Polizei musste schließlich zur Räumung ausrücken. Ein echter Aufreger! Das Gebäude gehörte der Dr. Eduard Kaufmann’schen Armenstiftung, und die Stadt Wien (MA 40) hatte es seit über 20 Jahren verwaltet. Die Grünen im Bezirk machten der Stadt Vorwürfe und kritisierten den Leerstand. Verständlich, denn über Jahrzehnte gab es keine neuen Mieter – ein echtes Trauerspiel für ein so schönes Haus!

Ein neuer Anfang für das Otto Wagner Haus

Aber jetzt, nach all den Jahren des Verfalls, gibt es endlich Hoffnung. Das Haus wurde für 4,1 Millionen Euro an die Gesiba verkauft, eine gemeinnützige Siedlungs- und Baugesellschaft im Eigentum der Stadt Wien. Die Veräußertung zog sich über Jahre hin – ein bürokratischer Albtraum, könnte man sagen. Komplexe Rechtslagen und mangelnde Kaufangebote haben das Ganze aufgehalten. Doch nun soll die Gesiba eine umfassende Modernisierung des Hauses durchführen, um es fit für die Zukunft zu machen. Da wird die Fassade, die unter Denkmalschutz steht, schön herausgeputzt und energetisch aufgerüstet!

Die verbliebenen Mieter dürfen während der Bauarbeiten nicht auf der Strecke bleiben. Es wird Ersatzwohnungen für sie geben, und das ist ein wichtiger Schritt, um die Gemeinschaft nicht auseinanderreißen zu müssen. Der genaue Zeitpunkt und die Dauer der Bauarbeiten sind allerdings noch unklar. Man fragt sich, wann die ersten Bauhelfer mit ihren Werkzeugen anrücken werden und das alte Gemäuer wieder zum Leben erwecken.

Leerstand und seine Auswirkungen

Doch was bedeutet dieser Leerstand eigentlich für unsere Stadt? Laut einer Statistik von 2023 sind in Österreich 13,3 % der Wohnungen (653.000) leer, in Wien sind es immerhin 9,7 % (104.700 Wohnungen). Das ist schon eine beachtliche Zahl. Der normale Leerstand, der für Renovierungen oder Verkäufe gebraucht wird, liegt bei 3 bis 5 %. Man fragt sich, wie es dazu kommen kann. Zu viele unbenutzbare Wohnungen, nicht gemeldete Bewohner und sogar Ferienwohnungen, die als Zweitwohnsitze genutzt werden – das alles trägt zur Problematik bei.

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Ein weiterer interessanter Punkt ist der Besetzungsgrad in Wien. Bei gemeinnützigen Bauträgern liegt er bei 90 %, während gewerbliche Anbieter nur auf 83 % kommen. Immerhin gibt es in Wien ca. 13.800 Airbnb-Angebote. Seit Mitte 2024 ist die Vermietung über 90 Tage nur noch mit Genehmigung möglich. Da ist die Stadt am Zug, um gegen den spekulativen Leerstand vorzugehen.

Die Lebensqualität in der Stadt leidet unter leerstehenden Wohnungen, vor allem in Stadtentwicklungsgebieten. Die Wohnfläche pro Einwohner liegt bei stagnierenden 36,7 m² – und das seit 20 Jahren. Es gibt also viel zu tun! Vielleicht könnte ein Modell wie die Eigenmietwertbesteuerung aus der Schweiz dazu beitragen, Eigentümer zur Vermietung zu motivieren und so dem Leerstand entgegenzuwirken. Die Flächensuffizienz sollte ein Ziel der Stadtpolitik sein, um Wohnflächenüberfluss in bestimmten Bereichen anzugehen. Man darf gespannt sein, wie es weitergeht!