Am Dienstag, dem 10. Juni 2026, wurde im AKH Wien ein ganz besonderes Spektakel aufgeführt – die größte Katastrophenübung des Universitätsklinikums in der Geschichte! Man stelle sich das vor: Ein Szenario, das für viele einen Albtraum darstellt, wurde mit einer beeindruckenden Professionalität und einem unvergesslichen Engagement durchgespielt. Der Fokus lag auf unfallchirurgischen Herausforderungen, und das Team des AKH war bereit, eine fiktive Katastrophe zu meistern, die sich in einer nahegelegenen Veranstaltungshalle ereignete. Eine Explosion, gefolgt von einem dramatischen Deckeneinsturz, war der Ausgangspunkt dieser komplexen Übung.
Die Zahlen sind beeindruckend: 270 verletzte Personen wurden angenommen. Mehr als die Hälfte der Betroffenen suchte das Krankenhaus eigenständig auf – wie oft hört man von solchen Geschichten? Der Rest wurde von Rettungsorganisationen gebracht. Um den Ernst der Lage zu unterstreichen, wurden die Eingänge des Spitals am Vormittag gesperrt, und ein eigener Triage-Bereich für echte Patienten wurde eingerichtet. Das klingt alles nach einem Film, oder? Aber hier war es Realität. In der Übung wurden die Versorgung Schwerverletzter, die Koordination im Operationsbereich und die Verteilung von Patienten auf Bettenstationen geübt. Laut dem Szenario mussten 18 lebensgefährlich verletzte Personen intensivmedizinisch versorgt werden. Das ist kein Pappenstiel!
Die Triage im Fokus
Jetzt wird’s spannend: Die Triage, ein essenzieller Bestandteil in solchen Notfällen, wurde in dieser Übung besonders unter die Lupe genommen. Wer zuerst kommt, wird nicht immer zuerst behandelt, und das ist eine Lektion, die in der Notfallmedizin von enormer Bedeutung ist. Die ersten Einsatzkräfte mussten die Patienten schnell kategorisieren. Das PEST-Schema kam zum Einsatz, um die Chaosphase zu strukturieren und die ersten Maßnahmen zu ergreifen. Man könnte sagen, dass das wie ein Spiel mit Leben und Tod ist – und doch ist es so wichtig, dass es effizient und schnell geht.
In der Triage wurde zwischen verschiedenen Kategorien unterschieden: Rot für vitale Bedrohungen, Gelb für schwer Verletzte, Grün für leicht Verletzte und Schwarz für Verstorbene. Es ist eine eindringliche Realität, die die Einsatzkräfte immer wieder in ihrer Arbeit begleitet. Das Gefühl, auf die Verletzten zu schauen und die richtigen Entscheidungen zu treffen, ist eine enorme Verantwortung. Die Übung wurde unterstützt vom Roten Kreuz, der Polizei Wien und der Feuerwache AKH – ein beeindruckendes Zusammenspiel aller Beteiligten.
Der Blick in die Zukunft
Die Ergebnisse dieser groß angelegten Übung werden nun eingehend analysiert. Das Ziel ist es, Schwachstellen zu identifizieren und die Abläufe zu optimieren. Denn nur durch regelmäßige Übungen kann ein innerklinisches Notfallsystem aufrechterhalten werden. In einer Welt, in der wir nicht wissen, wann das nächste Großschadensereignis eintritt, ist Vorbereitung alles. Kliniken müssen auf außergewöhnliche Situationen wie den Massenanfall von Verletzten (MANV) oder Erkrankten (MANE) bestens vorbereitet sein. Die Herausforderungen sind groß: hohe Zahlen an Verletzten, Zeitdruck und die Notwendigkeit, alles zu organisieren. Es ist ein ständiger Balanceakt.
Ein innerklinisches Notfallsystem hat viele Bestandteile: Dazu gehören Alarmierungsketten, klare Zuständigkeiten und eine ausgezeichnete Kommunikation. Wie oft haben wir schon erlebt, dass in Chaos die besten Pläne in den Hintergrund rücken? An einem solchen Tag wie heute, wo alles auf dem Spiel steht, führt kein Weg daran vorbei, dass alle Beteiligten auf dem gleichen Stand sind. Es ist ein Wettlauf gegen die Zeit, der jedes Mal aufs Neue beginnt.
Die Übung im AKH Wien war nicht nur eine Demonstration von Können und Professionalität, sondern auch eine Erinnerung daran, wie wichtig es ist, vorbereitet zu sein. Und so bleibt zu hoffen, dass wir in der Zukunft weniger solche Szenarien erleben müssen – aber wenn doch, sind die Menschen im AKH Wien bereit, ihr Bestes zu geben.
