Wien brutzelt: Rekordhitze und die Schattenseiten des Klimawandels
Heute ist der 28.06.2026 und Wien hat sich in eine wahre Hitzeschlacht verwandelt. In Stammersdorf wurde um 15 Uhr ein unerhörter Wert von 39,7 Grad gemessen! Damit wurde der bisherige Rekord von 39,5 Grad aus dem August 2013 nicht nur übertroffen, sondern gleich ordentlich pulverisiert. Auch der Juni-Rekord in Bad Deutsch-Altenburg hat das Nachsehen. Wer sich jetzt fragt, ob das schon die Spitze ist, dem sei gesagt: Wetterexperte Nikolas Zimmermann hat die Möglichkeit eines ersten 40-Grad-Werts in Wien seit Beginn der Messungen in den Raum geworfen. Da kann einem schon mal der Schweiß auf die Stirn treten!
Die Temperaturverluste in der Nacht sind ebenfalls Geschichte. In Hornstein, der Wiener Innenstadt und Bad Deutsch-Altenburg fiel das Thermometer nicht einmal unter 25 Grad. Da bleibt einem nur, die Fenster offen zu lassen und sich an einem kühlen Getränk zu laben. Am Neusiedler See, der mit 32 Grad auftrumpft, und an der Alten Donau mit 29,6 Grad könnte man meinen, man sei im Urlaub – wenn man die Hitze mal außer Acht lässt. Übrigens, während wir hier schwitzen, schmelzen auf der Adlersruhe am Großglockner (3.454 m) täglich mehr als zehn Zentimeter Altschnee oder Eis. Die Natur hat da offenbar andere Pläne.
Globale Hitzewellen und ihre Ursachen
Was bedeutet das alles im größeren Kontext? Eine Studie von Yann Quilcaille und seinem Team an der ETH Zürich hat gezeigt, dass Hitzewellen zwischen 2000 und 2009 um das Zwanzigfache und zwischen 2010 und 2019 sogar um das Zweihundertfache wahrscheinlicher geworden sind. Im Schnitt waren die Hitzewellen des 21. Jahrhunderts etwa 1,4 Grad heißer als die vorindustriellen Hitzeperioden. Die Klimaforscher machen dafür vor allem den Klimawandel verantwortlich – und das nicht ohne Grund. Der Einfluss hat seit 2000 zugenommen. Man könnte fast sagen, die Natur hat den Turbo eingeschaltet!
Ein interessanter Aspekt: 180 Unternehmen und Staaten sind für etwa 57 % des menschengemachten Treibhausgasausstoßes verantwortlich. Das sind die großen Verursacher, die seit 1854 zu 30 % der Emissionen beigetragen haben, darunter auch bekannte Namen wie die frühere Sowjetunion, China und Indien. Ja, selbst die Ölkonzerne spielen in dieser Hitze ein heißes Spiel mit. Friederike Otto vom Imperial College London sieht in diesen Studien einen Schritt in Richtung Verantwortung für klimaschädliche Emissionen. Das bleibt abzuwarten – aber eines ist sicher: Die Hitzewellen machen uns nicht nur das Leben schwer, sie kosten auch wirtschaftlich und sozial viel.
Wetterforschung und ihre Relevanz
Schaut man sich die Attributionsforschung genauer an, die vom Deutschen Wetterdienst (DWD) vorangetrieben wird, wird einem klar, dass diese extremen Wetterereignisse wie Dürren, Hitzewellen und Regenfälle nicht aus der Luft gegriffen sind. Der DWD untersucht, wie der Klimawandel diese Phänomene beeinflusst. Die Ergebnisse solcher Studien sind nicht nur akademischer Natur – sie werden in Newslettern veröffentlicht, die regelmäßig informieren und auf den aktuellen Stand der Forschung eingehen. Das ist wichtig, denn nur so können wir die Zusammenhänge verstehen und möglicherweise auch Maßnahmen ergreifen.
Die internationale Zusammenarbeit zwischen verschiedenen Forschungseinrichtungen und Wetterdiensten zeigt, dass wir nicht allein in dieser Hitze sind. Wenn wir über Hitzewellen reden, reden wir über globale Herausforderungen, die alle betreffen. Und während wir hier in Wien schwitzen, gibt es in anderen Teilen der Welt auch neue Temperaturrekorde – wie zuletzt in Tschechien, wo am selben Tag 41,1 Grad in Doksany gemessen wurden. Ein neuer Rekord, der zeigt, dass die Hitze global ist und uns alle betrifft.
