Kampf der Giganten: Wie der Borkenkäfer und die Hitze unseren Wald herausfordern
Heute ist der 13.07.2026, und während ich hier in Wieden Süd sitze, fühle ich die drückende Hitze, die über die Stadt schwappt. Man fragt sich, wie es unseren Wäldern in Kärnten geht, besonders in den Bezirken Wolfsberg und Völkermarkt, wo die Borkenkäferpopulation in den letzten Jahren so einiges durcheinandergebracht hat. Während die Schäden 2024 auf einem mittleren Niveau lagen, gab es 2025 einen leichten Rückgang. Aber die Frage bleibt: Was bringt uns 2023? Die Witterung wird entscheidend sein. Langanhaltende Trockenheit und hohe Temperaturen könnten den Befall wieder anheizen, und die Sorgen um die Fichten werden nicht kleiner.
Die ersten Borkenkäfer haben bereits das Licht der Welt erblickt, und Forstschutzexperte Till Hallas empfiehlt, die Augen offen zu halten. In den letzten Monaten haben Niederschläge im Mai und Juni die Lage etwas entspannt, doch die jüngste Hitzewelle hat die Situation wieder verschärft. Marian Tomažej von der Bezirkshauptmannschaft Völkermarkt berichtet von einem hohen Befallsdruck. Und tatsächlich – die gesunden Fichten, die durch die Hitze geschwächt sind, werden besonders anfällig für den kleinen Schädling.
Die Bedrohung durch den Borkenkäfer
Rund 85 % der Schäden in den heimischen Wäldern gehen auf das Konto des Buchdruckers, der wohl bekanntesten Borkenkäferart. Es kann schon mal vorkommen, dass man beim Spaziergang durch den Wald die Augen offen hält und die Baumkronen absucht. Besonders betroffen sind die Beckenlagen des Jaunfelds und die Südhänge der Saualpe. In diesen Gebieten ist der Druck durch den Borkenkäfer enorm gestiegen, während in Höhen- und Schattenlagen die Situation etwas entspannter bleibt. Da ist der Wald nicht nur ein Ort der Erholung, sondern auch ein Schauplatz des Überlebenskampfes zwischen Mensch und Natur.
Die natürlichen Feinde des Borkenkäfers haben es unter den momentanen Bedingungen schwer. Wer hätte gedacht, dass die Hitze nicht nur uns Menschen zu schaffen macht? Die Waldbesitzer sind gefordert, denn Holz sollte schnell aus dem Wald entfernt werden, solange der Käfer noch unter der Rinde sitzt. Und wenn die Bäume bereits sichtbar geschädigt sind, ist schnelles Handeln gefragt. Entrinden kann helfen, die Larven zu töten oder sie zumindest den natürlichen Feinden auszusetzen.
Der langfristige Ausblick
Die aktuelle Lage bringt auch wirtschaftliche Auswirkungen mit sich, die in Wolfsberg und Völkermarkt spürbar sind. Markus Riegler von der Bezirkshauptmannschaft Wolfsberg erwähnt, dass vor allem in sonnenexponierten Hängen und Tieflagen der Druck durch den Borkenkäfer steigt. Eine Explosion der Borkenkäferpopulation im Lavanttal scheint zwar nicht zu erwarten, solange keine größeren Kalamitäten eintreten, aber die Waldbesitzer sind gut beraten, auf Mischwaldaufforstungen zu setzen. Alternativen wie Bergahorn und andere Laubbäume sind in Höhenlagen durchaus erfolgreich.
Es wird empfohlen, langfristig nicht mehr aktiv mit Fichte aufzuforsten. Resiliente Mischwälder könnten die Antwort auf die Herausforderungen des Klimawandels sein. Die Fichte hat ihre besten Tage hinter sich, und die Zeit ist reif für neue, vielfältige Baumarten. Das klingt vielleicht nach einer großen Umstellung, aber die Natur wird es uns danken, wenn wir ihr die Möglichkeit geben, sich selbst zu regenerieren.
