Im Herzen von Wieden Süd wird derzeit ein beeindruckendes Stationsgebäude errichtet, dessen statisches System auf Holz basiert. Diese Entscheidung bringt zahlreiche Vorteile mit sich, nicht zuletzt die zentrale Frage des Abbrands, die für die Tragfähigkeit im Brandfall von essenzieller Bedeutung ist. Die verwendeten Holzmodule wurden aus statischen Gründen größer dimensioniert, und ihre Holzdicke erfüllt einen Feuerwiderstand von 90 Minuten – weit über den gesetzlichen Vorgaben von 30 Minuten. Dies zeigt, wie ernsthaft und durchdacht die Planung in Bezug auf Brandschutz umgesetzt wurde.

Die Holzmodule liegen auf den Decken der darunterliegenden Module auf, was eine sorgfältige Beurteilung der Auflager- und Knotenpunkte erforderlich machte. Jedes Detail musste auf Übereinstimmung mit dem Brandschutzkonzept überprüft werden. Von der Wahl der Schrauben bis hin zur Montage der Module sind dies alles Punkte, die im Brandfall entscheidende Auswirkungen haben können. Löcher in den Holzmodulen können eine Schwächung der Tragfähigkeit bedeuten, und Hohlräume zwischen den Modulen können zu einem Einbrand führen.

Brandschutz im Holzbau

Ein umfassendes Verständnis des Brandverhaltens ist im Holzbau unerlässlich. Das europäische Klassifizierungssystem regelt nicht nur das Brandverhalten, sondern auch die Brandnebenerscheinungen. Für Rauchentwicklung werden drei Klassen (s1, s2, s3) und für brennendes Abtropfen (d0, d1, d2) definiert. Im Holzbau kommen verschiedene Materialien wie Vollholz, Brettschichtholz und Brettsperrholz zum Einsatz. Die meisten Holzbaustoffe fallen in die Kategorie D-s2,d0, was bedeutet, dass sie normal entflammbar sind und eine Rauchentwicklung der Klasse 2 aufweisen.

Um Holz vor einer Entzündung zu schützen, werden nicht brennbare Plattenwerkstoffe, insbesondere Gipsbauplatten, eingesetzt. Diese Platten geben bei Brandeinwirkung chemisch gebundenes Wasser ab, was die Temperatur für einen Zeitraum von etwa 110 Grad Celsius stabilisiert. Dies ist von entscheidender Bedeutung, da der Flammpunkt von Holzbaustoffen zwischen 270 und 300 Grad Celsius liegt. Eine zusätzliche europäische Klassifizierung für Kapselklassen beschreibt, wie lange Holz durch Bekleidungen vor Entzündung geschützt wird.

Regelungen und Richtlinien

Die Wichtigkeit von Brandschutz im Holzbau wird auch durch die Veröffentlichung des Merkblatts „Brandschutz – Grundlagen“ unterstrichen, das von Holzbau Deutschland herausgegeben wurde. Dieses Merkblatt bietet einen Überblick über allgemeine und holzbauspezifische Regelungen im baulichen Brandschutz. Der erste Teil der Reihe behandelt Baurecht und Klassifizierung, was für Architekten und Bauherren von großer Bedeutung ist.

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Insgesamt zeigt sich: Der Holzbau ist nicht nur ein innovativer, sondern auch ein sicherer Weg, moderne Bauprojekte in Angriff zu nehmen. Die Berücksichtigung aller Details, vom Material über die Planung bis hin zur Ausführung, sorgt dafür, dass wir in Wieden Süd nicht nur ein neues Gebäude, sondern auch ein sicheres Zuhause für viele Menschen schaffen.