Im 18. Bezirk von Wien brodelt es gewaltig. Die geplante Umgestaltung des Aumannplatzes sorgt für Aufregung unter den Währingerinnen. Seit mehr als 100 Jahren ist dieser Platz ein beliebter Treffpunkt, und nun steht er vor einem radikalen Wandel. Ein Grobkonzept liegt zwar auf dem Tisch, doch das sorgt eher für Unruhe als für Begeisterung. Kritiker, darunter der Lehrer Dieter-Heinz Granser, bemängeln, dass ein umfassendes Verkehrskonzept sowie Auswirkungsanalysen und Finanzierungsangaben fehlen. Man fragt sich: Wo bleibt die Transparenz? Was wird aus den Anrainerinnen, den Familien, den älteren Menschen und den Betrieben?

Das geplante Konzept sieht vor, die Währinger Straße in eine Fußgängerzone umzuwandeln, was den Verkehr in die Seitengassen drängen könnte. Und das könnte für die Anwohnenden, die ohnehin schon in einem geschäftigen Viertel leben, zu einer zusätzlichen Belastung werden. Die Kritiker fordern daher den Erhalt der bestehenden Verkehrsverbindung zwischen Klostergasse und Vinzenzgasse. Außerdem sind sichere, barrierefreie Schulwege und bessere Querungsmöglichkeiten ein Muss, bevor hier tiefgreifende Veränderungen vorgenommen werden. Kein Wunder, dass eine Petition ins Leben gerufen wurde, um Unterschriften zu sammeln und die Sorgen der Bürgerinnen Gehör zu verschaffen.

Ein Blick auf das Grobkonzept

Die Neugestaltung des Aumannplatzes soll die Lebensqualität im Herzen Währings verbessern. Um das zu erreichen, sind einige interessante Maßnahmen angedacht. Begrünungsmaßnahmen und eine Neugestaltung des Norbert-Liebermann-Parks stehen ganz oben auf der Liste. Das klingt gut, und viele begrüßen diese Ideen. Dennoch bleibt die Frage: Ist das genug, um die Verkehrsproblematik zu lösen? Vertreter der Bezirks-ÖVP, Neos und FPÖ sind der Meinung, dass für diese Maßnahmen keine Sperre einer wichtigen Verkehrsverbindung notwendig sein sollte. Man könnte fast sagen, es gibt hier eine Kluft zwischen den Wünschen der Politik und den Sorgen der Anwohner.

Ein Pop-Up-Ausstellung, die am 12. Mai 2023 begann, soll den Bürgerinnen die Möglichkeit geben, aktuelle Planstände zu sehen und ihre Ideen bis Mitte Juni 2023 einzubringen. Auch Informationsveranstaltungen fanden bereits statt – der erste Termin war am 12. Mai im Währinger Amtshaus. Hier konnten Interessierte das Grobkonzept kennenlernen und ihre Meinung äußern. Die Pläne beinhalten nicht nur die Umgestaltung des Platzes, sondern auch eine Verbesserung der Verkehrssicherheit, insbesondere für ältere Menschen und Schülerinnen. Eine neue Baumreihe soll den Verkehrslärm reduzieren und für mehr Ruhe sorgen.

Was wird aus den Geschäften?

Das Konzept sieht auch eine Fußgängerzone vor, die mit Grünflächen, Bäumen, Sitzmöbeln und Schanigärten versehen werden soll. Aber wie steht es um die Geschäfte? Die Belieferung soll mit zeitlich beschränkten Zufahrten geregelt werden. Das ist eine Herausforderung. Ein Taxi-Standplatz und eine Wien-Mobil-Station sind ebenfalls in der Detailplanung noch offen. Hier wird es spannend zu beobachten sein, wie die Umsetzung der Pläne tatsächlich aussieht und ob alle Bedürfnisse der Anwohner und Gewerbetreibenden berücksichtigt werden können.

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Die aktuellen Verkehrsstrukturen stammen noch aus den 1980er Jahren und priorisieren den Autoverkehr. Eine Verkehrszählung wurde von der MA 46 in Auftrag gegeben, um eine neue Verkehrsorganisation zu definieren. Es gibt sogar Überlegungen, den stadteinwärtsfahrenden Verkehr über die Gleise der Straßenbahn zu leiten, um mehr Platz für die Fußgängerzone zu schaffen. Doch wie immer im Leben – nicht alles, was gut klingt, wird auch gut umgesetzt.

Ein Zebrastreifen über die Gentzgasse bei der Türkenschanzstraße wird aus Sicherheitsgründen nicht eingerichtet. Das ist ein weiterer Punkt, der die Diskussion anheizt. Man fragt sich, ob die geplanten Veränderungen wirklich die erhoffte Verbesserung bringen werden oder ob sie nur neue Probleme schaffen.

Die Umgestaltung des Aumannplatzes bleibt ein heißes Eisen in Währing. Während einige die Veränderungen begrüßen, sind andere skeptisch und fordern mehr Klarheit und Bürgerbeteiligung. In den kommenden Wochen wird sich zeigen, ob die Stimmen der Kritiker Gehör finden und welche Richtung die Neugestaltung letztendlich einschlagen wird. Die Unterschriften für die Petition sind ein erster Schritt, um die Bürgerinnen in diesen Prozess einzubeziehen. Bleibt zu hoffen, dass am Ende ein Platz entsteht, der wirklich für alle Währinger*innen ein Gewinn ist.