Heute ist der 22.04.2026. In Österreich sind die vierbeinigen Freunde oft ein wichtiger Teil des Familienlebens. Doch während sich viele Haustierbesitzer mit Herz und Seele um das Wohl ihrer Tiere kümmern, zeigt eine aktuelle Umfrage, dass nur 21,3 % der Hunde- und Katzenbesitzer in Österreich eine Krankenversicherung für ihre geliebten Haustiere abgeschlossen haben. Dies geht aus einer Untersuchung hervor, die über 2100 Teilnehmer aus Österreich, Dänemark und Großbritannien befragte und deren Ergebnisse in „VetRecord“ von Svenja Springer und Co-Autoren veröffentlicht wurden.
Die Gründe für das zögerliche Verhalten sind vielfältig. So könnte eine Versicherung nicht nur die finanziellen Belastungen im Krankheitsfall verringern, sondern auch Ungleichheiten in der tierärztlichen Versorgung reduzieren. Dennoch bleibt unklar, welche Faktoren den Abschluss von Versicherungen und die Zahlungsbereitschaft für tierärztliche Behandlungen beeinflussen. Besonders in Großbritannien zeigt ein Bericht der PDSA aus 2023, dass 20 % der Tierhalter von steigenden Lebenshaltungskosten betroffen sind und über 30 % von ihnen Sparmaßnahmen ergreifen, um die Versorgung ihrer Tiere sicherzustellen.
Ein Blick über die Grenzen
Im internationalen Vergleich schneiden die Österreicher nicht ganz so gut ab. Während in Großbritannien 51,5 % der Tierhalter versichert sind, liegt dieser Wert in Dänemark sogar bei 56,3 %. In Österreich sind es hingegen 78,7 % der Tierhalter, die ihre Tiere nicht versichern. Ein Hauptgrund für die Entscheidung gegen eine Versicherung sind die hohen Kosten, die etwa 50 % der Briten und ein Drittel der Dänen und Österreicher davon abhalten, eine Police abzuschließen. Die emotionale Bindung zu den Tieren spielt jedoch eine entscheidende Rolle bei der Zahlungsbereitschaft für lebensrettende Behandlungen.
In Deutschland sieht die Lage etwas anders aus. Dort wird die Marktgröße für Haustierversicherungen zwischen 2024 und 2029 auf eine jährliche Wachstumsrate (CAGR) von 12,00 % geschätzt. Rund 34,9 Millionen Haustiere leben in deutschen Haushalten, wobei etwa 47 % der Haushalte mindestens ein Haustier besitzen. Die steigenden tierärztlichen Kosten sowie ein wachsendes Bewusstsein für Haustierversicherungen sind nur einige der Faktoren, die das Marktwachstum unterstützen.
Die Zukunft der Haustierversicherungen
Technologische Fortschritte und Innovationen im Zahlungsverkehr tragen zusätzlich zur Fragmentierung des Marktes bei und fördern den Wettbewerb. Haustier-Haftpflichtversicherungen sind in einigen Bundesländern Deutschlands sogar gesetzlich vorgeschrieben, insbesondere für bestimmte Hunderassen. Die Hauptakteure in diesem Markt sind Unternehmen wie GetSafe, Adam Riese und Bavaria Direkt, die maßgeschneiderte Policen anbieten, basierend auf den Vorlieben der Tierbesitzer.
Zusammenfassend lässt sich sagen, dass das Thema Haustierversicherungen in Österreich, Deutschland und darüber hinaus ein spannendes Feld ist. Während der Markt in Deutschland boomt und in Österreich noch viel Potenzial bietet, bleibt die finanzielle Belastung ein entscheidender Faktor für die Tierbesitzer. Das Bewusstsein für die Notwendigkeit von Versicherungen könnte in den kommenden Jahren weiter wachsen, insbesondere angesichts der steigenden Kosten im Gesundheitswesen für Haustiere.