Heute ist der 25.05.2026 und die Kollektivvertragsverhandlungen in der Gastronomie und Hotellerie Österreichs stehen unter einem ungünstigen Stern. Alois Rainer, Obleute des Fachverbandes Gastronomie, und Georg Imlauer, Obleute des Fachverbandes Hotellerie, haben kürzlich die Angriffe der Gewerkschaft vida scharf kritisiert. Sie werfen der Gewerkschaft vor, das Verhandlungsklima durch populistische Anwürfe zu beschädigen und zeigen sich unverständlich für den Umgang mit der Branche, die ohnehin unter Druck steht.

Die Arbeitgeberseite sah sich gezwungen, den ersten Verhandlungstermin abzusagen – kein Vertrauen war da. Auf der einen Seite stehen Rainer und Imlauer, die die Zahlen und Fakten der Branche in den Vordergrund rücken. Analysen des WIFO, IHS, Statistik Austria und der Österreichischen Hotel- und Tourismusbank belegen: Steigende Nächtigungszahlen und Umsätze sind kein Garant für wirtschaftliches Wachstum. Die Realität sieht anders aus – die Umsätze sind unter Druck, und das Konsumverhalten der Gäste bleibt hinter den Erwartungen zurück. Die Frequenz in der Gastronomie liegt schlichtweg unter dem Vor-Pandemie-Niveau.

Die Situation der Beschäftigten

Hinter den Kulissen der Verhandlungen zeigt sich ein differenziertes Bild. Während Rainer und Imlauer von einem „Tourismusboom ohne Beschäftigte“ sprechen, werfen sie der Gewerkschaft vida vor, diese Realität zu ignorieren. Die Beschäftigungsdaten zeigen für März 2026 einen Rückgang der Nächtigungen von 4,9 %, während gleichzeitig 230.899 Beschäftigte im Tourismus verzeichnet werden – das ist ein Plus von fünf Prozent im Vergleich zum Vorjahr und auch im Vergleich zu März 2019. Es ist also nicht alles so düster, wie es manchmal dargestellt wird.

Roman Hebenstreit, der Vorsitzende der Gewerkschaft vida, sieht das ganz anders. Er bedauert die Verhandlungsverweigerung der Arbeitgeberseite für die 240.000 Beschäftigten und fordert mehr Gesprächsbereitschaft. Hebenstreit spricht von Missständen, die in der Branche bestehen, und hebt hervor, dass es wichtig sei, auch Negativbeispiele zu benennen, um respektable Betriebe nicht in Verruf zu bringen. Dabei geht es nicht nur um einfache Lohnverhandlungen, sondern auch um grundlegende Probleme wie unrechtmäßige Förderungsbezüge und sogar Schwarzgeldfund in Salzburg.

Ein faires Angebot und die Zukunft

Rainer und Imlauer haben ein faires Angebot mit einer durchschnittlichen Erhöhung der kollektivvertraglichen Mindestlöhne und -gehälter um drei Prozent vorgelegt. Sie appellieren an die Gewerkschaft, ihrer Verantwortung gerecht zu werden und einen Abschluss nicht zu blockieren. Die Verhandlungsführer betonen ihren Einsatz für einen sozial und wirtschaftlich tragfähigen Abschluss. Das klingt gut, aber wird es auch so kommen?

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In einer Zeit, in der die Branche mit angespannter wirtschaftlicher Lage und einem zurückhaltenden Konsumverhalten kämpft, ist es wichtiger denn je, dass beide Seiten an einem Strang ziehen. Denn schließlich sind es nicht nur die Zahlen, die zählen – es sind die Menschen, die hinter diesen Zahlen stehen.

Die kommenden Wochen werden entscheidend sein, ob es gelingt, die Kluft zwischen Arbeitgebern und Gewerkschaften zu überbrücken und gemeinsam an einem stabilen Fundament für die Zukunft der Gastronomie und Hotellerie in Österreich zu arbeiten. Die Hoffnung bleibt, dass die Gespräche bald wieder aufgenommen werden und der Weg für konstruktive Lösungen geebnet wird.