Die Wogen schlagen hoch! Die Bundesregierung hat eine Erhöhung der Alkoholsteuer um satte 30 Prozent im Rahmen ihrer Budgetsanierung angekündigt. Eine Entscheidung, die nicht nur für die Spirituosenindustrie, sondern auch für viele Konsumenten in Österreich weitreichende Folgen haben könnte. Die Steuerbelastung, die aktuell bei 12 Euro pro Liter Alkohol liegt, wird damit spürbar ansteigen. Für viele, die gerne ab und zu einen Schnaps oder ein Glaserl Wein genießen, könnte das ganz schön ins Geld gehen.

Die Kritik aus der Nahrungs- und Genussmittelbranche ist nicht zu überhören. Vertreter der Lebensmittelindustrie, angeführt von Katharina Koßdorff, der Geschäftsführerin des Fachverbands in der Wirtschaftskammer Österreich, betonen, dass diese Erhöhung eine erhebliche Belastung für die heimische Spirituosenbranche und deren Beschäftigte darstellt. Es ist schon fast ironisch, wenn man bedenkt, dass Spirituosen nur etwa 14 Prozent des Alkoholkonsums ausmachen, aber bereits 45 Prozent des gesamten Steueraufkommens aus alkoholischen Getränken tragen. Ein Missverhältnis, das nicht nur die Branche selbst, sondern auch den Handel, die Gastronomie und den Tourismus negativ beeinflussen könnte.

Ein Blick auf die Vergangenheit

Erinnern wir uns zurück: Die letzte Steuererhöhung im Jahr 2014 brachte zwar einen Anstieg von 20 Prozent, führte jedoch zu einem dramatischen Markteinbruch von rund 1 Million Litern pro Jahr. Damals waren die Mehreinnahmen mit etwa 10 Millionen Euro pro Jahr alles andere als berauschend. Und jetzt, da der Konsum von Spirituosen seit Jahren rückläufig ist und immer mehr Menschen zu alkoholfreien oder weniger alkoholischen Alternativen greifen, stellt sich die Frage: Ist das wirklich der richtige Weg?

Im Jahr 2025 soll die Alkoholsteuer rund 145 Millionen Euro in die Staatskassen spülen. Doch das ist nur ein marginaler Teil des gesamten Budgets. Finanzminister Markus Marterbauer plant, über fünf Milliarden Euro für das Doppelbudget 2027/28 aufzubringen. Die Hoffnung ist, dass die Steuererhöhung 2027 zusätzliche Einnahmen von etwa 40 Millionen Euro und 2028 von rund 50 Millionen Euro bringen wird. Das klingt nach viel, aber es bleibt abzuwarten, ob die Branche und die Konsumenten das mittragen können.

Die Auswirkungen auf den Alltag

Ein ganz praktisches Beispiel gefällig? Wer eine 0,7-Liter-Flasche Wodka mit 40 Prozent Alkohol kauft, zahlt aktuell etwa 3,36 Euro Steuern. Nach der Erhöhung wird dieser Betrag auf etwa 4,37 Euro ansteigen. Und bei einem Liter Schnaps, ebenfalls mit 40 Prozent Volumen, steigen die Steuern von 4,80 Euro auf etwa 6,30 Euro. Das sind keine kleinen Beträge! Und auch Cocktails werden teurer: Ein Gin Tonic wird von 18 Cent auf 23 Cent steigen. Für viele wird das der letzte Tropfen sein, der das Fass zum Überlaufen bringt.

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Die Gastronomie wird diese Kosten möglicherweise an die Kunden weitergeben, und das könnte bedeuten, dass ein schöner Abend in der Lieblingsbar oder im Restaurant teurer wird. Außerdem könnte ein Urlaub in Österreich im Vergleich zu unseren Nachbarländern unattraktiver werden, was für den Tourismus nicht gerade förderlich ist. Die Branche beschäftigt immerhin 27.500 Personen und erwirtschaftet jährlich ein beeindruckendes Produktionsvolumen von rund 12 Milliarden Euro.

Die gesundheitspolitischen Argumente für diese Steuererhöhung werden von vielen als unzureichend erachtet. Stattdessen wird gefordert, gesundheitspolitische Ziele durch Präventionsmaßnahmen zu verfolgen, anstatt die Steuerlast auf die Branche zu erhöhen. Schließlich könnte man auch argumentieren, dass die Menschen mittlerweile einen klaren Trend zu weniger Alkohol oder alkoholfreien Getränken zeigen. Und vielleicht ist das ja auch eine gute Entwicklung!