Ein neues Kapitel: Richards Weg zur barrierefreien Lebensqualität in Wien
In der Hoefftgasse 8 in Wien-Simmering wird ein Traum wahr – zumindest für Richard K. Der 60-jährige Pensionist hat zwei lange Jahre auf eine barrierefreie Gemeindewohnung gewartet. Endlich ist es soweit! Mit einer neuen Zweizimmerwohnung, die 54 Quadratmeter misst und über einen Balkon verfügt, kann Richard nun ein Stück Lebensqualität zurückgewinnen. Die neue Wohnung hat ihm einen Neuanfang ermöglicht, nachdem er aufgrund einer Amputation seines Beins, verursacht durch Diabetes, aus seiner alten Wohnung ausziehen musste. Der Rollstuhl wird nun zum ständigen Begleiter, doch in dieser neuen Lebensphase fühlt sich Richard schon viel wohler.
Die monatliche Miete von 530 Euro scheint für die modernen Annehmlichkeiten, die diese neue Wohnung bietet, mehr als fair. Hier haben die Architekten nicht nur an die Barrierefreiheit gedacht – fast alle Wohnungen im Neubau sind entweder barrierefrei oder umbaubar. Richard kann sich auf bodenebene Duschen, breite Türen und normgerechte Einbauhöhen für Steckdosen und Schalter freuen. Ein gemeinschaftlicher Partyraum und eine Dachterrasse im 2. Stock bieten zudem Raum für Austausch und Geselligkeit unter den Bewohnern.
Ein Ort der neuen Möglichkeiten
Die neuen Wohnungen sind Teil eines größeren Projekts, das insgesamt 2.114 neue Gemeindewohnungen in 12 Bezirken umfasst. Rund 10 Prozent dieser Wohnungen sind sogar rollstuhlgerecht. Für Richard ist es nicht nur ein neuer Wohnort, sondern ein Ort, an dem er wieder Teil der Gemeinschaft sein kann. In den letzten Jahren lebte er isoliert – die Einschränkungen durch seine Mobilität waren oft eine Barriere, die er nur schwer überwinden konnte. Nun, wo über 4.900 Wiener in eine neue Gemeindewohnung gezogen sind, zeigt sich, dass der Bedarf an barrierefreiem Wohnraum in der Stadt immer größer wird.
Interessanterweise ist die neue Wohnanlage eine Erweiterung der bestehenden Wohnhausanlage im Muhrhoferweg. Ein Viertel der versiegelten Fläche wurde in Grün- und Freiräume umgewandelt, was dem Wohngebiet eine angenehmere Atmosphäre verleiht. Das ist nicht nur für Richard, sondern für alle Bewohner ein Gewinn. Die große Frage ist nun: Wie geht es weiter mit der barrierefreien Gestaltung in Wien? Hier kommt die Kompetenzstelle für barrierefreies Planen, Bauen und Wohnen (MA 25) ins Spiel.
Unterstützung für alle
Die Kompetenzstelle bietet nicht nur Beratungen an, sondern fungiert auch als Koordinations- und Anlaufstelle für alle Anliegen rund um das Thema „Barrierefreies Bauen“. Das Team ist von Montag bis Freitag von 8 bis 13 Uhr erreichbar. Wer eine telefonische Anmeldung vornimmt, kann sich auf individuelle Unterstützung freuen. Egal, ob es um Umbauten aufgrund von Alter, Behinderung oder anderen Lebenssituationen geht – hier findet jeder die passende Hilfestellung. Und das Beste: Man kann sogar vor Ort beraten werden!
Die Stadt Wien setzt sich aktiv dafür ein, dass Menschen mit Mobilitätsbehinderungen nicht nur Zugang zu barrierefreien Wohnungen haben, sondern auch zu Förderungen für notwendige Umstellungen. Die neue Servicestelle „Barrierefrei Wohnen Wien“ wird ab dem 4. November 2025 ihre Arbeit aufnehmen. Sie zielt darauf ab, den Zugang zu Förderungen zu erleichtern und soziale Isolation zu vermeiden. Denn eingeschränkte Mobilität kann nicht nur zu gesundheitlichen Problemen führen, sondern auch zu einem Verlust des Selbstwertgefühls.
Richard ist ein Beispiel dafür, wie wichtig diese Entwicklungen sind. Er hat nun endlich die Chance, in einem Umfeld zu leben, das seinen Bedürfnissen entspricht. Die Zukunft sieht für ihn und viele andere, die in ähnlichen Situationen sind, ein Stück heller aus. Und wer weiß, vielleicht wird auch bald die letzte Hürde zur Barrierefreiheit überwunden – damit jeder in Wien sein Zuhause finden kann, ganz egal, welche Herausforderungen das Leben bereithält.
