In den letzten Jahren hat sich viel getan, und das spiegelt sich auch im aktuellen IMD-Wettbewerbsranking wider. Österreich ist auf Platz 29 von 70 Ländern gefallen – ein herber Rückschlag, wenn man bedenkt, dass wir 2020 noch auf Platz 16 glänzten. Das Ranking, das seit 1989 jährlich veröffentlicht wird, bewertet Länder in vier Hauptkategorien: ökonomische Entwicklung, Effizienz der öffentlichen Verwaltung, betriebliche Effizienz und Infrastruktur. Hierbei spielen statistische Indikatoren eine zentrale Rolle, während Umfragedaten einen Drittel der Bewertung ausmachen.

Während die Schweiz im Vorjahr noch an der Spitze stand, ist sie auf Platz 3 abgerutscht. Singapur hat sich die Krone gesichert, gefolgt von Hongkong. Interessanterweise haben auch unsere Nachbarländer einen Dämpfer erhalten: Deutschland liegt jetzt auf Platz 23, Tschechien auf Platz 33 und Italien sogar auf Platz 45. Das Ranking zeigt, dass es nicht nur Österreich trifft, sondern die gesamte Region spürbar zurückfällt. Am Ende der Liste finden wir Venezuela auf Rang 70 – ein trauriger Rekord.

Die Teilkategorien im Detail

Wenn man sich die Teilkategorien genauer anschaut, wird das Bild noch klarer: In der ökonomischen Entwicklung steht Österreich nur auf Platz 39. Die Effizienz der öffentlichen Verwaltung ist mit Platz 43 ebenfalls ausbaufähig. Die betriebliche Effizienz liegt bei Platz 33 – hier besteht also definitiv Handlungsbedarf. Aber immerhin können wir uns über Platz 13 im Bereich Infrastruktur freuen. Infrastrukturminister Peter Hanke hebt dies besonders hervor. Dennoch ist das kein Grund zum Feiern, denn die Industriellenvereinigung (IV) äußert Besorgnis über den Rückfall und fordert dringend Maßnahmen zur Verbesserung der staatlichen Effizienz.

Die Wirtschaftskammer (WKÖ) hat sich ebenfalls zu Wort gemeldet und fordert strategische Maßnahmen zur Steigerung der Wettbewerbsfähigkeit. Angesichts dieser Entwicklungen ist es nicht verwunderlich, dass auch die NEOS nach Lösungen rufen. Sie plädieren für Maßnahmen zur Verbesserung der Produktivität und Bürokratie. Und während die FPÖ-Wirtschaftssprecherin Barbara Kolm die Regierung kritisiert, stellt sich die Bundesregierung auf die Fahne, mit ihrer vor einem halben Jahr vorgestellten Industriestrategie eine der zehn wettbewerbsfähigsten Volkswirtschaften werden zu wollen.

Die Herausforderungen und Chancen

Ein weiterer Punkt, der nicht unerwähnt bleiben sollte, ist die Möglichkeit der Einbürgerung von Unternehmer-Persönlichkeiten, die aus Staatsinteresse ein großes Potenzial mitbringen. Im Zeitraum von 2021 bis Juli 2025 gab es 171 Staatsbürgerschaftsverleihungen, hauptsächlich an Personen aus Wissenschaft, Sport, Kunst und Wirtschaft. Die Hoffnung ist, dass solche Maßnahmen positive Impulse für die österreichische Wirtschaft setzen können.

Werbung
Hier könnte Ihr Advertorial stehen
Ein Advertorial bietet Unternehmen die Möglichkeit, ihre Botschaft direkt im redaktionellen Umfeld zu platzieren

Doch Rankings sind ein zweischneidiges Schwert. Oft wird nur der Platz eines Landes betrachtet, ohne die zugrunde liegenden Konzepte zu hinterfragen. Der Begriff der internationalen Wettbewerbsfähigkeit ist nicht einheitlich definiert und wirft Fragen auf. Kritiker, wie der Ökonom Paul Krugman, halten ihn für potenziell irreführend. Viele Rankings, darunter auch das IMD-Ranking, basieren auf subjektiven Wahrnehmungen von Führungskräften und statistischen Daten. Die Diskussion um die Aussagekraft dieser Rankings ist also nicht neu. Befürworter sehen sie als wichtige Analyseinstrumente, während Kritiker die Komplexität der Materie betonen.

Insgesamt zeigt sich, dass Österreich und seine Nachbarn vor Herausforderungen stehen, die es zu meistern gilt. Die Zeit bleibt nicht stehen, und die Konkurrenz schläft bekanntlich nicht. Man darf gespannt sein, welche Maßnahmen nun ergriffen werden, um die Wettbewerbsfähigkeit zu stärken. Denn eines ist klar: Ein bisschen mehr Schwung könnte uns nicht schaden!