Heute ist der 29.04.2026 und in Wien tut sich einiges auf dem Logistikimmobilienmarkt. In Liesing steht eine Betriebsliegenschaft mit einer Nutzfläche von 4.000 m² zum Verkauf – ein attraktives Objekt in einer angespannten Marktsituation. Der Logistikimmobilienmarkt in Österreich, insbesondere in Wien, zeigt sich in einer leichten Phase der Stabilisierung, wie der Logistikmarktbericht 2026 von CBRE zeigt. Trotz geopolitischer Unsicherheiten und einer verhaltenen Nachfrage bleibt der Wiener Logistikmarkt, der größte in Österreich, unter Druck.
Im Jahr 2024 wurden Rekordniveau an Fertigstellungen erreicht, was bedeutet, dass nun zahlreiche Flächen verfügbar sind. Allerdings hat die Leerstandsquote zum Jahresende 2025 bereits rund 9,8 Prozent erreicht. Angesichts dieser Situation stellt sich die Frage, wie es mit den Logistikimmobilien weitergeht und welche Trends den Markt prägen.
Herausforderungen und Trends im Logistiksektor
Ein schwaches Wachstum prägt die Konjunktur seit mehreren Jahren. Geopolitische Risiken und Handelskonflikte haben die Rahmenbedingungen nicht einfacher gemacht. Zudem haben sich die Bau-, Finanzierungs- und Grundstückskosten in den letzten Jahren erhöht, ohne dass eine Rückkehr zu den Kostenniveaus von vor 2020 in Sicht ist. Rückgänge von 10-15% gegenüber 2020 sind zwar spürbar, doch die Preissituation bleibt angespannt.
Die Mieten im Logistikbereich zeigen derzeit eine jährliche Steigerung von etwa 6 % in Deutschland, wobei für die Zukunft Zuwächse um rund 2 % pro Jahr erwartet werden. Diese Entwicklungen sind auch für den österreichischen Markt von Bedeutung, da die Nachfrage nach Logistikflächen vor allem durch den E-Commerce und zunehmend auch durch den Defence-Sektor getrieben wird. Hier ist ein theoretisches Flächenpotenzial zu beobachten, und erste Mietverträge im Defence-Bereich sind bereits abgeschlossen worden.
Der Blick nach vorn
Für das Jahr 2026 wird ein Seitwärtsmarkt mit moderatem Mietwachstum sowie stabilen bis leicht rückläufigen Leerständen erwartet. Die Investmentaktivität wird vorsichtig anziehen, während sich die Käufer nach günstigeren Preisen umsehen. Im Gegensatz dazu passen sich die Verkäuferpreise langsam an die aktuelle Marktsituation an. Es besteht die Möglichkeit eines neuen „Schweinezyklus“, wenn die Nachfrage durch E-Commerce und Defence weiter ansteigt.
Die Konkurrenz um Logistikstandorte bleibt unter Druck, insbesondere in Deutschland, wo hohe Strukturkosten und lange Genehmigungsprozesse die Ansiedlung neuer Firmen erschweren. Osteuropäische Länder zeigen sich hingegen aktiv im Infrastrukturaufbau und locken Investoren. Ein weiterer Engpass könnte die Stromversorgung für E-Lkw und Automatisierung darstellen, da Nutzer verstärkt nach Ladeinfrastruktur verlangen.
Zusammenfassend zeigt sich, dass der Logistikimmobilienmarkt in Wien und Österreich vor komplexen Herausforderungen steht. Die geopolitischen Unsicherheiten, steigenden Kosten und der Einfluss des E-Commerce prägen die aktuelle Lage. Dennoch gibt es auch positive Ausblicke und Trends, die Hoffnung auf eine Stabilisierung innerhalb des Marktes geben.