Am 30. April, dem „Tag der Arbeitslosen“, setzen zahlreiche Initiativen in Österreich ein starkes Zeichen für die Würde der Arbeitsuchenden. Diese Veranstaltungen, die vor dem „Tag der Arbeit“ am 1. Mai stattfinden, haben das Ziel, auf die oft prekäre Situation von Arbeitslosen aufmerksam zu machen und deren gesellschaftliche Teilhabe zu fördern. Besonders in Wien-Margareten wird mit der Eröffnung der 15. „Jobmeile“ im carla Mittersteig ein wichtiger Schritt unternommen. Organisiert von der Caritas und etwa 30 weiteren Organisationen, wird hier unter dem Motto „Arbeit ist ein Menschenrecht“ ein breites Spektrum an Job-, Beratungs- und Unterstützungsangeboten für arbeitslose und langzeitarbeitslose Menschen präsentiert.

Im Rahmen eines Medientermins werden Bundesministerin Korinna Schumann, AMS-Wien-Landesgeschäftsführer Winfried Göschl sowie Caritasdirektor Klaus Schwertner aktuelle Entwicklungen am Arbeitsmarkt thematisieren. Die Initiatoren dieser Veranstaltungen weisen auf eine angespannte wirtschaftliche Lage hin, die sich in steigender Arbeitslosigkeit und einem rückläufigen Stellenangebot niederschlägt. Besonders betroffen sind ältere Arbeitssuchende, aber auch immer mehr junge Menschen, die Unterstützung beim Einstieg in den Arbeitsmarkt benötigen.

Initiativen zur Sichtbarkeit der Würde

In der Steiermark wird beispielsweise in AMS-Regionalstellen mit der Verteilung von 2.500 Rosen ein kreatives Zeichen gesetzt, um die Würde von Arbeitsuchenden sichtbar zu machen. Diese Maßnahme kommt zu einem Zeitpunkt, an dem die Arbeitslosigkeit in der Steiermark um rund drei Prozent gestiegen ist. Insbesondere die Langzeitarbeitslosigkeit hat um mehr als 30 Prozent zugenommen, was knapp 7.000 Betroffenen zugutekommt. Geringe Qualifikationen und gesundheitliche Einschränkungen spielen häufig eine Rolle bei der Arbeitslosigkeit und verdeutlichen die Notwendigkeit für zielgerichtete Unterstützung.

In Oberösterreich gibt es ebenfalls vielfältige Veranstaltungen. Der Stadtrundgang „Walking in my Shoes“ in Steyr bietet Einblicke in die Lebensrealitäten arbeitsloser Menschen. Zudem wird in Linz das Format „Jung. Ohne Arbeit. Mitten in der Stadt“ angeboten, welches sich speziell an Jugendliche richtet und deren Erfahrungen in den Mittelpunkt stellt. Am 19. Mai stehen in Oberösterreich mit „Jugend im Dialog. Ich kann was! Ich bin was! Reicht das?“ und „KA-Salon“ unter dem Thema „Brot, Wein und Arbeit“ weitere Veranstaltungen an, die das Bewusstsein für die Herausforderungen junger Arbeitsuchender schärfen sollen.

Politische Maßnahmen und Social Business

Die österreichische Bundesregierung hat sich zum Ziel gesetzt, die Arbeitslosigkeit zu bekämpfen und neue Jobs zu schaffen. Besonders im Fokus stehen Maßnahmen zur Reintegration langzeitarbeitsloser Menschen in den Arbeitsmarkt. Ein wichtiger Bestandteil dieser Strategie sind die sogenannten Social Businesses. Diese Organisationen verfolgen das Ziel, positive gesellschaftliche Wirkungen zu erzielen und gleichzeitig Markteinkünfte zu erwirtschaften. Beispiele dafür sind gabarage, ein sozialintegrativer Designbetrieb, und myAbility.jobs, eine Jobplattform für Menschen mit Behinderung.

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Ein neues Programm, der „aws Social Business Call“, fördert vielversprechende Projekte österreichischer Social Entrepreneure mit einem Gesamtfördervolumen von drei Millionen Euro. Dabei können bis zu 100.000 Euro nicht rückzahlbarer Zuschuss bereitgestellt werden, um bestehende Unternehmen und Start-ups bei der Lösung sozialer und ökologischer Herausforderungen zu unterstützen. Der Strang des Sozialministeriums konzentriert sich hierbei auf die Arbeitsmarktintegration von Langzeitbeschäftigungslosen, was eine entscheidende Maßnahme im Kampf gegen die Arbeitslosigkeit darstellt.