Kliebergasse 11: Abriss oder Erhalt? Ein Streit um Margaretens Zukunft
In Margareten, einem lebendigen Bezirk von Wien, sorgt ein Gebäude in der Kliebergasse 11 für Aufregung und Zündstoff. Hier, wo der Charme historischer Bauten auf moderne Ansprüche trifft, steht ein Abbruch bevor, der jedoch alles andere als klar ist. Die Pläne, das altehrwürdige Haus abzureißen und Platz für ein neues Apartmenthaus mit 28 Wohnungen und 8 Garagenplätzen zu schaffen, stoßen auf Widerstand. Denn der Abbruch ist noch nicht genehmigt und die Angelegenheit liegt nun beim Verwaltungsgericht.
Ein Blick auf das Gebäude verrät, warum es notwendig scheint, das alte Gemäuer abzureißen: Die Fassade bröckelt, die Farbe ist veraltet, der Hauseingang oft versperrt und die Wände sind mit Graffiti verziert. Es wirkt fast so, als wolle das Gebäude selbst um Hilfe rufen. Die Eigentümer, zwei Privatpersonen sowie ein Tochterunternehmen der Da Vinci ProjektentwicklungsgmbH, stehen unter Druck, denn die Zeit spielt gegen sie. Die Baupolizei hat die Kriterien für Abrissgenehmigungen in diesem Jahr verschärft, was die Situation noch komplizierter macht.
Der rechtliche Streit
Ein interessantes Detail ist, dass der Antrag auf Abriss zwar vor Inkrafttreten der neuen Regelungen gestellt wurde, aber dennoch nach den strengen neuen Kriterien bewertet werden muss. Der Geschäftsführer von Da Vinci äußert sich optimistisch und hofft auf eine baldige Erteilung der Abbruchgenehmigung. Es bleibt abzuwarten, ob die mündliche Verhandlung am 20. Juli tatsächlich Klarheit bringt oder ob die Behörden weiterhin zögern werden.
Die Baupolizei hat jedoch bereits bestätigt, dass der Zustand des Gebäudes keine akute Gefahr für die Anwohner darstellt. Dies könnte einige Nachbarn beruhigen, während die Diskussion über die Zukunft des Hauses weitergeht. Hinzu kommt ein weiterer rechtlicher Streit: Nachdem Schäden an der Fassade festgestellt wurden, wurde der Eigentümer zur Reparatur aufgefordert. Doch der scheint sich nicht darum zu scheren, was zu einer notstandspolizeilichen Maßnahme führte. Auch hier hat der Eigentümer gegen die Kosten und Maßnahmen Beschwerde eingelegt.
Hoffnung auf Wandel
Die Situation ist angespannt, aber vielleicht gibt es auch einen Lichtblick. Das geplante neue Wohnhaus könnte nicht nur modernen Wohnraum schaffen, sondern auch dazu beitragen, das Stadtbild von Margareten zu erneuern. In einer Stadt, die immer mehr unter Wohnraummangel leidet, ist jeder neue Wohnraum ein kleiner Schritt in die richtige Richtung. Auch wenn der Weg dorthin steinig ist und die Behörden oft träge erscheinen, bleibt die Hoffnung, dass das alte Gemäuer irgendwann einem neuen, lebendigen Zuhause Platz macht.
Ein Blick in die Zukunft zeigt, dass Margareten sich im Wandel befindet – und das ist ganz sicher nicht das letzte Wort in der Geschichte der Kliebergasse 11. Ob die Träume von neuen Wohnungen Wirklichkeit werden, bleibt abzuwarten. Aber eines ist sicher: Die Diskussion um den Abriss und die Sanierung des Hauses wird die Bewohner und die Politik noch eine Weile beschäftigen.
