Am 1. Juni 2026 war es wieder soweit – die feierliche Verleihung des „AmaZone-Award“ fand im prachtvollen Festsaal des Wiener Rathauses statt. Der Verein Sprungbrett zeichnete in diesem Jahr bereits zum 30. Mal Unternehmen aus, die sich besonders für die Förderung von Mädchen, jungen Frauen sowie trans-, inter- und nicht-binären Personen in handwerklichen und technischen Lehrberufen engagieren. Das ist nicht nur eine Anerkennung für die Unternehmen, sondern auch ein starkes Zeichen für die Gleichstellung in der Berufswelt.

Fünf Wiener Betriebe wurden für ihre herausragenden Leistungen geehrt. In der Kategorie Kleinstunternehmen ging der Award an das Effenberg Holz Design Wohnen im 3. Bezirk. Mit einem Team von nur fünf Mitarbeitenden – und vier davon sind Frauen oder trans-, inter- und nicht-binäre Personen – beweist der Betrieb, dass auch Kleinunternehmen einen großen Unterschied machen können.

Technische Berufe für alle Geschlechter

Im Bereich der Kleinunternehmen wurde die Liebert Elektrotechnik GmbH aus der Donaustadt ausgezeichnet. Hier arbeiten 13 Personen, und der Frauenanteil liegt bei 23%. Besonders bemerkenswert ist, dass die Hälfte der Führungspositionen von Frauen besetzt ist. Ein Zeichen dafür, dass Frauen in technischen Berufen nicht nur willkommen sind, sondern auch Führungsstärke zeigen können!

Die Mittelunternehmen wurden durch die Volkstheater GmbH vertreten, die mit einem beeindruckenden Frauenanteil von 54% unter 216 Mitarbeitenden glänzt. Bei den Großunternehmen war die Siemens Energy Austria GmbH der Sieger, die 24 Lehrlinge ausbildet, darunter vier Frauen – ein Schritt in die richtige Richtung für eine bessere Geschlechterverteilung in der Technik.

Und dann gab es noch die Kategorie für öffentliche und öffentlichkeitsnahe Unternehmen, wo Wien Energie GmbH den Preis abstaubte. Besonders hervorzuheben ist der Frauenanteil von 40% unter den 134 weiblichen Lehrlingen, die in technischen Berufen ausgebildet werden. Mit einer Quote von 7,4% in der Kälteanlagentechnik und 16,7% in der Elektrotechnik zeigt Wien Energie, wie wichtig es ist, Mädchen und junge Frauen für technische Berufe zu begeistern.

Werbung
Hier könnte Ihr Advertorial stehen
Ein Advertorial bietet Unternehmen die Möglichkeit, ihre Botschaft direkt im redaktionellen Umfeld zu platzieren

Einblicke in die Ausbildung

Die Geschichten hinter diesen Zahlen sind ebenso spannend. Nehmen wir zum Beispiel Hatice Bakic, die nach ihrer Ausbildung zur MRT-Assistentin eine Lehre als Kälteanlagentechnikerin bei Wien Energie begonnen hat. Im dritten Lehrjahr angekommen, liebt sie die Herausforderungen und die Abwechslung in ihrem Beruf. Ihre Entscheidung wurde durch ein inspirierendes Foto von Mitarbeiterinnen bei Wien Energie beeinflusst, was zeigt, wie wichtig Vorbilder sind. Hatice hatte schon immer Interesse an einem technischen Beruf, doch bis zu diesem Punkt fühlte sie sich nicht wohl genug, um diesen Weg zu gehen.

Ähnlich geht es Tigist Bolland, die mit 25 Jahren in die Elektrotechnik für Anlagen und Betriebstechnik gewechselt ist, nachdem sie zuvor in der Gastronomie gearbeitet hatte. Auch sie empfindet den Wechsel als die richtige Entscheidung. Beide Frauen stehen stellvertretend für den Wandel in der Berufswelt, wo Klischees keine Rolle mehr spielen sollten – wie Frauenstadträtin Elke Hanel-Torsch betont.

Die Preisverleihung bot auch einen Raum für anregende Gespräche und Networking. Mit Abschlussworten von Korinna Schumann und einem DJ-Set im Anschluss war es eine gelungene Feier für alle Beteiligten. Einige der Anwesenden, wie Marko Miloradovic, Geschäftsführer von Waff, unterstrichen die Wichtigkeit solcher Auszeichnungen, um die Attraktivität technischer Lehrausbildungen für Frauen zu erhöhen.

Es ist einfach nur spannend zu sehen, wie sich die Landschaft in den technischen Berufen verändert. Diese Initiativen und die Auszeichnung des „AmaZone-Award“ zeigen, dass es möglich ist, Barrieren abzubauen und Chancengleichheit zu fördern. Die Zukunft sieht für die nächsten Generationen von Frauen und anderen Geschlechtern in technischen Berufen vielversprechend aus.