Es war ein ganz normaler Tag in Margareten, als am Donnerstag, dem 28. Mai 2026, eine groß angelegte Schwerpunktaktion über die Stadt hereinbrach. Die Gruppe Sofortmaßnahmen, zusammen mit dem Zollamt, dem AMS, der ÖGK und der Wiener Polizei, hatte sich aufgemacht, um die Einhaltung arbeits-, sozialversicherungs- und gewerberechtlicher Bestimmungen zu überprüfen. Dabei wurden gleich acht Betriebe in den Bezirken Wieden, Margareten und Mariahilf kontrolliert – und die Ergebnisse waren alles andere als erfreulich.

Besonders ein Handyshop in Wien-Margareten fiel dabei ins Auge. Hier wurden sage und schreibe 327 illegale E-Zigaretten sichergestellt. Ja, richtig gehört! Obwohl E-Zigaretten in der Europäischen Union illegal sind, da sie die zulässige Füllmenge des Liquidtanks und die maximal erlaubte Anzahl an Zügen überschreiten, schien der Shop nicht allzu sehr auf die gesetzlichen Vorgaben zu achten. Das ist nicht nur eine rechtliche Grauzone, sondern auch ein echtes Gesundheitsrisiko, denn man weiß nie, was in diesen Produkten steckt.

Illegale Praktiken auf dem Vormarsch

Doch das ist erst der Anfang. In dem besagten Handyshop wurden zudem fünf Personen angetroffen, die mutmaßlich illegal beschäftigt waren. Das AMS hat sofort Anzeigen gegen diese Personen erstattet und die ÖGK sowie andere städtische Dienststellen haben insgesamt 14 weitere Anzeigen eingebracht. Hier zeigt sich, dass die Kontrolle über solche Geschäfte nicht nur in Wien, sondern auch in Deutschland ein großes Thema ist. Der illegale Handel mit E-Zigaretten, Nikotinbeuteln und anderen Nikotinprodukten boomt – und das nicht nur in Österreich. Schätzungen zufolge sind in Deutschland 40 Prozent der angebotenen Vapes illegal.

Die Zunahme des Schwarzmarktes wird von den Fachleuten der Deutschen Zoll- und Finanzgewerkschaft (BDZ) und des Bundesverbands der Tabakwirtschaft und neuartiger Erzeugnisse (BVTE) eindringlich gewarnt. Diese Produkte entsprechen oft nicht den gesetzlichen Vorgaben: zu große Flüssigkeitstanks, überhöhter Nikotingehalt und fehlende Kennzeichnungen sind nur einige der gravierenden Mängel. Und was macht das Ganze noch besorgniserregender? Alterskontrollen finden häufig nicht statt, die Inhaltsstoffe sind für die Konsumenten intransparent. Ein echtes Minenfeld für die Gesundheit!

Die Herausforderung der Kontrolle

Die Situation wird durch den Onlinehandel und Paketlieferungen noch verschärft. Der Zoll hat nur die Kapazität, einen Bruchteil der Sendungen zu kontrollieren, und neue Produktvarianten tauchen schneller auf, als die rechtlichen Regelungen angepasst werden können. Thomas Liebel, der Bundesvorsitzende der BDZ, hat es treffend formuliert: „Der illegale Markt ist real und dynamisch.“ Und die Zahlen sprechen für sich – die Lager- und Vernichtungskosten für beschlagnahmte Vapes belaufen sich zum Beispiel in München auf rund 750.000 Euro. Das ist eine Summe, die niemand einfach so auf den Tisch legen kann.

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Eine weitere Herausforderung ist die fehlende EU-weite Harmonisierung und die zersplitterte Zuständigkeit nationaler Kontrollbehörden. Diese Faktoren begünstigen Umgehungsstrategien und untergraben letztlich die Rechtsstaatlichkeit. Der illegale Markt hat keine Alterskontrollen oder verbindliche Produktstandards, und das ist ein echtes Problem für den Jugend- und Verbraucherschutz. Ein strukturelles Vollzugsproblem, wie die BDZ es nennt – De-facto-Verbote verlagern die Nachfrage einfach in den illegalen Markt. Ein Teufelskreis!

Es bleibt abzuwarten, wie die Behörden auf die wachsende Bedrohung des illegalen Handels reagieren werden. Die Probleme sind vielschichtig und erfordern kreative Lösungen, um den Rechtsstaat zu wahren und die Gesundheit der Bürger zu schützen. Bis dahin bleibt den Wienerinnen und Wienern nur zu wünschen, dass sie sicher und ohne Bedenken durch ihre Stadt gehen können – und das auch in Zukunft. Denn wie wir sehen, ist der Kampf gegen den illegalen Handel längst noch nicht gewonnen.