Heute ist der 2. Juni 2026 und in Wien, speziell in den Justizanstalten, gibt es einiges zu berichten. Die Belagszahlen im Strafvollzug haben einen neuen Rekord erreicht, und das ist nicht unbedingt eine gute Nachricht. Zum Stichtag 1. Juni saßen 9.124 Insassinnen und Insassen in den Justizanstalten, während die Belagsfähigkeit laut Justizministerium bei 8.422 Haftplätzen liegt. Das bedeutet, die Auslastung der Anstalten liegt bei 108,34 Prozent. Das ist schon ein ganz schön knackiger Wert, wenn man bedenkt, dass wir erst am 1. Februar 9.012 Personen gezählt haben – 112 weniger als jetzt.
Die Volksanwältin Gabriela Schwarz von der ÖVP äußert deutliche Bedenken. Sie ist irritiert über die unterschiedlichen Zahlen zur Belagsfähigkeit und warnt eindringlich vor den Folgen der Überbelegung in Hafträumen. Besonders dramatisch sind die Zustände im Jugendgefängnis am Münnichplatz. Berichten zufolge müssen sogar Zusatzbetten in die Hafträume gestellt werden. Die Justizwachebeamten beschreiben, wie Personalengpässe die Situation zusätzlich verschärfen, weil Transporte zum und vom Landesgericht immer wieder zusätzliche Kräfte binden.
Personalmangel und Entlastungsmaßnahmen
Norbert Dürnberger, der Vorsitzende der GÖD-Justizwachegewerkschaft, bestätigt die Probleme am Münnichplatz. Man kann sich vorstellen, dass die Atmosphäre dort alles andere als entspannt ist. Um dem Personalmangel entgegenzuwirken, hat das Justizministerium bereits Maßnahmen ergriffen: 120 angehende Justizwachemitarbeiterinnen und -mitarbeiter absolvieren nun Praxisblöcke am Münnichplatz. Seada Killinger, die Leiterin der JA Münnichplatz, hat auch ein Lob für ihre Mitarbeiter parat – die leisten wirklich viel unter diesen schwierigen Bedingungen!
Doch die Engpässe beschränken sich nicht nur auf das Jugendgefängnis. Auch in der JA Josefstadt ist die Lage angespannt. Hier kommt es aufgrund baulicher Sanierungen zu Verzögerungen bei den Vorführungen von Häftlingen. Es ist schon verrückt, wenn man bedenkt, dass das System unter so viel Druck steht und gleichzeitig noch weitere Herausforderungen hinzukommen. Man fragt sich, wie lange das gut geht, bevor es ernsthafte Konsequenzen gibt.
