Am Mittwoch, dem 28. April 2026, feierte das Theater in der Josefstadt mit „Was für ein schönes Ende“ eine ganz besondere Premiere. Das Stück, geschrieben von Peter Turrini, beleuchtet die letzten Lebensjahre des Librettisten Lorenzo da Ponte in Santa Fe. Inmitten dieser festlichen Atmosphäre blickt Herbert Föttinger auf seine 20-jährige Direktion zurück, die in der Geschichte des Theaters einen bleibenden Eindruck hinterlassen hat.
Föttinger, der das Theater mit etwa 20 Millionen Euro an Sponsorengelder und durch Generalsanierungen in 2007 und 2013 maßgeblich geprägt hat, kann auf eine beeindruckende Bilanz von 288 Premieren zurückblicken. Darunter befinden sich 70 Uraufführungen und 38 österreichische Erstaufführungen. Mit einem Ergebnis von 164 Siegen, 53 Niederlagen und 71 Unentschieden hat er die Spielstätte zu einem kulturellen Höhepunkt Wiens gemacht.
Ein neues Kapitel für das Theater in der Josefstadt
Mit Marie Rötzer, der aktuellen Intendantin am Landestheater Niederösterreich, steht bereits die nächste Direktorin in den Startlöchern, die im Herbst die Zügel übernehmen wird. Föttinger hat das Theater nicht nur in die Moderne geführt, sondern auch neue Probebühnen errichtet, die frischen Wind in die künstlerische Arbeit bringen.
Das neue Stück „Was für ein schönes Ende“ ist nicht nur eine Hommage an Da Ponte, der als Jude und Hofdichter Josephs II. einst in Ungnade fiel und nach Amerika floh, sondern thematisiert auch die Vergänglichkeit im Kunstbetrieb. Föttinger beschreibt, wie sich die Beziehungen zwischen den Figuren im neuen Werk verschoben haben und betont den neuen Fokus auf die Beziehung zwischen Lorenzo Da Ponte und Nancy Krahl. Das Stück, das ursprünglich als großes Spektakel geplant war, hat sich zu einem tiefgründigen Drama gewandelt.
Der Schatten von Mozart
Ein zentrales Thema des Stücks ist der Bedeutungsverlust von Da Ponte, der oft im Schatten Mozarts steht. Peter Turrini hat einen eindringlichen Monolog für Da Ponte verfasst, in dem die Rolle des Librettisten und die Angst vor dem Vergessenwerden thematisiert wird. Diese Gedanken teilen Turrini und Föttinger, die beide die Herausforderungen des künstlerischen Schaffens im Gedächtnis der Menschen reflektieren.
Im Kontext der Aufführung wird das Foyer eines früheren Saloon, das nun als Opernhaus dient, zur Bühne. Hier verkauft ein Mann Brandy und entpuppt sich als Librettist der Oper, der nach Anerkennung strebt. Diese kreative Verlagerung des Handlungsorts ins Foyer symbolisiert nicht nur den künstlerischen Austausch, sondern auch den „American Dream“, der für viele eine verlockende, aber oft unerreichbare Illusion bleibt.
Ein bleibendes Erbe
Die Premiere von „Was für ein schönes Ende“ ist somit nicht nur ein Abschied von Föttinger, sondern auch ein neuer Anfang für das Theater in der Josefstadt. In einer Zeit, in der die Vergänglichkeit des Schaffens immer wieder zur Diskussion steht, zeigt das Stück, dass die Kunst, wie ein guter Wein, Zeit braucht, um zu reifen und letztendlich unvergessen zu bleiben.
Die letzte Premiere von Föttinger ist ein Fest der Emotionen, der Reflexion und der Hoffnung auf ein lebendiges kulturelles Erbe, das auch in Zukunft nicht in Vergessenheit geraten wird.