Georg Pölitz: Ein Leben zwischen Kupferschiefer und Lebensfreude
Am 15. Juli 2026 war es so weit: In Neumarkt-Sankt Veit wurde der 80. Geburtstag von Georg Pölitz gefeiert. Ein ganz besonderer Tag, der mit vielen Gratulanten, unter anderem dem Bürgermeister Stefan Streck, begangen wurde. Der Bürgermeister überbrachte nicht nur Glückwünsche, sondern auch eine Urkunde – ein Zeichen der Wertschätzung für einen Mann, der in seinem Leben schon einiges erlebt hat. Georg, der 1946 in Leipzig als drittes Kind der Wirtsfamilie Pölitz das Licht der Welt erblickte, kann auf eine beeindruckende Lebensgeschichte zurückblicken.
Nach acht Jahren an der Grundschule wollte er eigentlich Automechaniker werden. Doch die Umstände ließen das nicht zu – und so absolvierte er eine Lehre als Bergmann im Kupferschiefer-Bergbau. Ein Job, der nicht nur körperlich fordernd war, sondern auch tief in die Geschichte der Region eingreift. Der Kupferschiefer, ein verfestigter Tonschlamm, wurde bereits seit Jahrhunderten im Mansfelder Land abgebaut. Diese Gesteinsschicht aus dem Oberperm, die vor etwa 260 Millionen Jahren entstand, ist reich an wertvollen Metallen wie Kupfer, Blei und Zink.
Ein bewegtes Leben
Nach seiner Lehre ging es für Georg zur Armee. Dort war er, nach einer Degradierung, als einfacher Soldat tätig, schaffte es jedoch bis zum Feldwebel – eine beachtliche Leistung unter den gegebenen Umständen. Nach der Entlassung aus dem Militärdienst fand er sich an verschiedenen Arbeitsplätzen wieder. 1974 gab es dann einen neuen Lebensabschnitt: Er heiratete und wurde ein Jahr später Vater seines Sohnes Sven. Doch das Leben hatte seine Herausforderungen parat. Eine Hüftoperation ließ ihn leiden, und 2001 musste er den Verlust seiner Frau verkraften.
2002 zog Georg nach Waldkraiburg und fand schließlich im Fitnessstudio seine jetzige Lebensgefährtin Helga, mit der er nun in Neumarkt-Sankt Veit lebt. In seiner Freizeit bastelt er gerne mit Holz, wobei er ein großes Vogelhaus erschaffen hat. Ein Hobby, das seine kreative Ader zeigt und ihm Freude bereitet. Inmitten der Feierlichkeiten zu seinem runden Geburtstag wird einem klar: Georg hat aus jedem Abschnitt seines Lebens das Beste gemacht.
Der Kupferschiefer und seine Bedeutung
Der Kupferschiefer, in dem Georgs beruflicher Werdegang verwurzelt ist, ist mehr als nur ein Gestein. Er stellt einen bedeutenden geologischen Leithorizont dar, der sich über große Teile Europas erstreckt. Seine Ablagerung zeigt, dass vor 255 Millionen Jahren weite Teile von einem flachen Meer bedeckt waren. Diese Erkenntnisse sind nicht nur für die Geologie von Bedeutung, sondern auch für die Geschichte des Bergbaus in Deutschland. Der Abbau wurde bis 1990 eingestellt, da er nicht mehr wirtschaftlich war, aber die Rückkehr des Interesses an diesen Lagerstätten könnte in den nächsten Jahren für neue Arbeitsplätze sorgen.
Im Jahr 2007 wurde die KSL Kupferschiefer Lausitz GmbH gegründet, mit dem Ziel, den Kupferschieferabbau in Deutschland wiederzubeleben. Mit einer Förderung, die für 2030 angestrebt wird, könnte sich die Geschichte des Kupferschiefers in Deutschland erneut entfalten. Für Georg Pölitz ist der Kupferschiefer nicht nur ein Teil seiner beruflichen Vergangenheit, sondern auch ein Stück seiner Identität. Ein Leben, das inmitten von Herausforderungen und Höhenflügen steht, wird an einem so besonderen Tag wie seinem 80. Geburtstag gebührend gefeiert. Und das ist es, was zählt.
