Am 18. Mai wurde in der Klinik Hietzing ein ganz besonderer Tag gefeiert: der Welttag der Gartentherapie. Die Atmosphäre war von einer herzlichen, entspannten Stimmung geprägt, während sich Patienten, Mitarbeitende und zahlreiche Gäste durch die liebevoll gestalteten Gärten bewegten. Führungen, Mitmach-Stationen und der Austausch über nachhaltige Therapieprojekte standen auf dem Programm und zeigten eindrucksvoll, wie die heilende Kraft der Natur wirkt.
Besonders ins Auge fielen die kreativen Angebote wie Becherbemalen und das Basteln von bunten Blumensträußen. Kinder und Erwachsene gleichermaßen waren mit Feuereifer dabei – der Duft von frischen Blumen und die Farbenpracht ließen die Sorgen des Alltags für einen Moment vergessen. Eine Tast-Station mit roten Maiskörnern sorgte für Staunen und regte die Sinne an. Hier, im Therapiegarten direkt neben Pavillon 1, wurde deutlich, wie wichtig der Kontakt zur Natur für unsere Gesundheit ist.
Ein Rückzugsort für alle
Der Therapiegarten, der seit Frühjahr 2020 eröffnet ist, wurde nicht nur von Fachleuten, sondern auch von den Patienten selbst mitgestaltet. Diese gemeinschaftliche Arbeit fördert nicht nur die Kreativität, sondern auch das Gefühl der Zugehörigkeit. Hier können Rückzugsorte und Lernräume entstehen, die beruhigend wirken und soziale Begegnungen fördern. Das Konzept der Klinik Hietzing, moderne Therapieansätze mit ökologischer Verantwortung zu verbinden, zeigt sich in jedem Detail.
In den letzten 25 Jahren hat sich die Gartentherapie zu einem festen Bestandteil der Einrichtung entwickelt. Begonnen hat alles im Geriatriezentrum, wo die Aktivierung älterer Menschen im Vordergrund stand. Heute profitieren auch geflüchtete Menschen von diesen Angeboten. Es ist eine wunderbare Entwicklung, die den Zusammenhang zwischen Natur, eigenem Handeln und globalen Herausforderungen erlebbar macht. Ökologische Maßnahmen, wie Kompostierung, Wildblumenflächen und Insektenhotels, sind nicht nur im Garten sichtbar, sondern auch integraler Bestandteil der therapeutischen Arbeit.
Ein Ort des Lernens und der Begegnung
Die Klinik Hietzing hat es sich zur Aufgabe gemacht, die Biodiversität zu fördern und die Gestaltung der Landschaft nachhaltig zu gestalten. Hier wird nicht nur geheilt, sondern auch gelehrt – über die Wichtigkeit der Natur und wie jeder Einzelne durch kleine Schritte einen Beitrag leisten kann. Man spürt einfach, dass die Grünen Räume nicht nur einen therapeutischen, sondern auch einen bildenden Charakter haben. Die Patienten erleben hautnah, wie ihre Handlungen einen positiven Einfluss auf die Umwelt haben können.
Es ist beeindruckend zu sehen, wie durch diese gartenorientierten Therapieansätze nicht nur die physische, sondern auch die psychische Gesundheit gefördert wird. Die Menschen hier finden einen Ort, an dem sie sich wohlfühlen, wo sie sich entfalten können und gleichzeitig etwas über die Natur und deren wertvolle Ressourcen lernen. Ein Ort, an dem die Natur nicht nur als Kulisse dient, sondern als aktiver Teil des Heilungsprozesses. Und ganz ehrlich – wie kann das nicht heilsam sein?