In der Bergsteiggasse in Wien-Hernals gibt es seit Kurzem ein ganz besonderes Kunstwerk, das jeden Passanten zum Staunen bringt. Künstlerin „Frau Isa“, die man in der Wiener Kunstszene wohl kaum übersehen kann, hat hier ein beeindruckendes Wandbild kreiert, das auf ein neues Primärversorgungszentrum aufmerksam macht. Das PVZ 17, das in der Bergsteiggasse 36-38 im Juli eröffnet werden soll, erfreut sich dabei einer bunten, kreativen Werbung, die über dem Parkplatz des Hofer-Supermarktes prangt.
Das Mural zeigt medizinisches Personal, das mit Stethoskopen ausgestattet in lebhaften Farben dargestellt wird. Man spürt förmlich die Energie und den Lebenswillen, die von dieser Wandgestaltung ausgehen. „Frau Isa“ erhielt zwar inhaltliche Vorgaben für das Projekt, hatte jedoch die Freiheit, ihrer Kreativität freien Lauf zu lassen. Sie selbst beschreibt das Wandbild als eine gelungene Mischung aus Kunstwerk und Werbefläche – eine Aufgabe, die sie mit Bravour gemeistert hat.
Die Künstlerin hinter dem Mural
Isa Toman, wie „Frau Isa“ mit vollem Namen heißt, hat eine faszinierende Karriere hinter sich. Ursprünglich aus der Nähe von Wien, hat sie sich als Illustratorin und Muralistin einen Namen gemacht und ist Mitglied des Künstlerkollektivs THE WEIRD, zu dem auch bekannte Namen wie NYCHOS und die LOW BROS zählen. Ihre Arbeiten sind nicht nur in Wien, sondern weltweit an Hauswänden, in Galerien und Publikationen zu bewundern. Schon als Teenagerin begann sie mit dem Sprayen – eine Leidenschaft, die sie über zwei Jahrzehnte lang begleitet. Es ist also kein Wunder, dass sie sich in der internationalen Urban Art Szene etabliert hat.
Das Wandbild in Hernals ist nicht nur ein Zeichen für das neue Ärztezentrum, sondern auch Ausdruck von „Frau Isas“ künstlerischer Vision. Ihre Inspirationen stammen aus alten Fotografien, der Natur, von Reisen und der Popkultur. Zudem setzt sie sich in ihren Arbeiten oft mit der Rolle der Frauen in der Gesellschaft auseinander und kämpft für Gleichberechtigung in der von Männern dominierten Street Art Szene. Es ist bewundernswert, wie sie ihre Stimme nutzt, um soziale Themen sichtbar zu machen und dabei gleichzeitig die Schönheit der urbanen Kunst zu fördern.
Kunst im öffentlichen Raum
Das Wandbild ist ein hervorragendes Beispiel dafür, wie Kunst den öffentlichen Raum verwandeln kann. In Städten weltweit, von Berlin bis São Paulo, prägt Street Art das Stadtbild und verändert die Wahrnehmung urbaner Landschaften. Kunst im öffentlichen Raum transportiert nicht nur ästhetische Elemente, sondern auch politische Botschaften. Sie fördert Freiheit und Kreativität und trägt zur wirtschaftlichen Attraktivität von Städten bei, indem sie Touristen anzieht und somit die lokale Wirtschaft ankurbelt.
Street Art hat sich im Laufe der Jahre von ursprünglich oft als Vandalismus angesehenen Graffiti zu einem anerkannten Medium entwickelt, das mit Kommunen kooperiert. Murals sind ein Teil dieser Entwicklung, oft großflächig und legal, und sie tragen zur städtischen Regeneration bei. Die Professionalisierung der Szene hat auch neue Akteure hervorgebracht – Kuratoren, Investoren, die gemeinsam die Sichtbarkeit und den Erfolg dieser Kunstform fördern. Es ist irgendwie spannend zu sehen, wie Street Art mittlerweile nicht nur Kunst, sondern auch ein wirtschaftlicher Faktor geworden ist, der den Wert von Immobilien beeinflusst und sogar Tourismusströme lenkt.
Es bleibt abzuwarten, wie das neue Primärversorgungszentrum in Hernals von den Bewohnern angenommen wird, doch eines ist sicher: Das Wandbild von „Frau Isa“ wird sicherlich ein Blickfang bleiben und die Menschen dazu anregen, innezuhalten und die Kunst im Alltag zu schätzen.