In Hernals, wo die Wiener Melange auf das bunte Treiben der Bezirksvertretung trifft, fand am 3. Juni eine Sitzung statt, die einige spannende Neuigkeiten brachte. Bezirkschef Peter Jagsch von der SPÖ ließ keinen Zweifel daran, dass der Umzug der Lernwerkstatt, inklusive der Volksschule, von der Hernalser Hauptstraße 200–222 zur Panikengasse 31 ab September ein großes Thema sein würde. Der Umzug, so Jagsch, soll frischen Wind in die Bildungslandschaft bringen. Das klingt fast nach einem Schulreform-Märchen, oder?
Doch nicht alles war so strahlend. Die ÖVP warf die Frage nach der Schuldensituation des Bezirks auf, die sich auf rund 7,6 Millionen Euro beläuft und die ohne Rücklagen auf den Schultern der Hernalser lastet. Jagsch konterte mit einem Rückzahlungsplan, der über die nächsten neun Jahre laufen soll. Ob das den Hernalsern ein bisschen mehr Schlaf bringen kann, bleibt abzuwarten.
Stadtentwicklung und Bürgeranliegen
Inmitten der Diskussionen kam auch ein Antrag von Elisabeth Mössmer-Cattalini (SPÖ) zur Sprache. Sie stellte die Idee eines „Wiener Straucherls“ an der Kreuzung Gräffergasse, Halirschgasse und Schultheßgasse vor. Die Mehrheit im Gremium, inklusive der Neos, ÖVP, Grünen und KPÖ, war sofort begeistert und stimmte dafür. Das zeigt, wie wichtig es den Parteien ist, auch kleine grüne Oasen in der Stadt zu schaffen.
Die FPÖ war nicht untätig und brachte den Vorschlag für eine zusätzliche Ampel an der Kreuzung Vollbadgasse/Dornbachergasse ein. Das einstimmige Votum zur Zuweisung an die Mobilitätskommission zeigt, dass auch Sicherheitsfragen ernst genommen werden. Und dann war da noch die Forderung der Grünen, alle 300 Meter von der S-Bahn Hernals bis Neuwaldegg ein Bankerl aufzustellen. Ein Antrag, der zur Bezirksentwicklungskommission weitergereicht wurde – ganz nach dem Motto: „Setzt euch, macht es euch bequem!“
Der Erhalt des Postsportplatzes
Ein weiteres Highlight der Sitzung war die Resolution für den Erhalt des Postsportplatzes, die von allen Parteien gemeinsam eingebracht wurde. Das zeigt, wie wichtig dieser Ort für die Gemeinschaft ist. Die Entscheidung über die Widmungsänderung liegt nun beim Rathaus und dem Wirtschaftsministerium, das als Eigentümervertreter der ÖBAG fungiert. Um die Sache noch etwas mehr ins Rollen zu bringen, gibt es sogar eine Online-Petition, die bis September für den Erhalt des Platzes unterschrieben werden kann. Wer also auf den Postsportplatz steht, sollte nicht zögern!
Die Bezirksvertretung in Hernals, wie auch in anderen Städten, ist ein wichtiges Gremium der kommunalen Selbstverwaltung. Sie vertritt die Interessen der Einwohner und hat die Aufgabe, sich um Infrastruktur, öffentliche Plätze und die Förderung von Vereinen zu kümmern. Die Mitglieder werden direkt von den wahlberechtigten Bürgern gewählt und haben nicht nur ein Anhörungs- oder Vorschlagsrecht, sondern können auch in bestimmten Fällen Entscheidungen treffen.
Zusammengefasst ist die Bezirksvertretung der Ort, an dem die Stimmen der Bürger gehört werden und wo lokale Anliegen auf die Agenda kommen. In Hernals wird dies durch die rege Teilnahme an den Sitzungen und die Vielzahl an Anträgen sichtbar. Ein Zeichen dafür, dass die Bürgerbeteiligung hier nicht nur ein leeres Wort ist.
