Lärmende Realität: Stammersdorf zwischen Schießübungen und Anwohnern
Heute ist der 17.07.2026 und in Stammersdorf dreht sich vieles um den Lärm, der von dem Schießstand ausgeht. Die Anwohner sind nach wie vor betroffen – trotz der Ankündigungen, dass seit dem Frühling weniger geschossen wird. Eigentlich sollte die Situation entspannter sein, schließlich hat die Polizei ihren Schießbetrieb auf montags und dienstags reduziert. Doch die Realität sieht anders aus.
Die Aussagen der Anwohner sprechen eine klare Sprache: Der Lärm bleibt laut. Bezirksvorsteher Georg Papai und Nationalratsabgeordneter Bernhard Herzog (SPÖ) berichten zwar von 50 % weniger Schießlärm, doch das empfinden die Bewohner nicht so. Sie klagen, dass es nach wie vor an sechs Tagen in der Woche laute Schüsse gibt. Besonders das Geräusch des Sturmgewehrs 77 (StG 77) scheint ein Dauerthema zu sein. Oftmals wird man am Wochenende frühmorgens um 8 Uhr unsanft geweckt. Ein Anwohner hat sogar mit einer Handy-App über 85 Dezibel gemessen – auch wenn diese Werte nicht offiziell anerkannt sind, sind sie für die Betroffenen sehr real.
Schießübungen und Schallschutz
Das Bundesheer sowie der Heeressportverein scheinen sich nicht an die Reduzierung zu halten. Sie schießen weiterhin regelmäßig, was den Anwohnern die Nerven raubt. Unter der Woche dürfen Polizei und Bundesheer bis 15 Uhr, der Heeressportverein sogar bis 18 Uhr aktiv sein. Samstags wird bis 13 Uhr geschossen. Die Schallmessungen? Fehlanzeige. Bisher hat weder das Bundesheer noch die Polizei sich um eine Untersuchung des Lärmpegels bemüht. Die Anwohner wünschen sich dringend mehr Schallschutz – aber es sind keine weiteren Maßnahmen geplant. Komischerweise verwenden nur die Soldaten Schallschutztunnel, nicht jedoch die Polizei.
Ein Umzug der Polizei nach Niederösterreich, der seit dem 11. Mai 2023 im Gange ist, sollte die Situation verbessern. Laut Herzog hat die Verlagerung der Schießübungen am 1. Juni begonnen. Doch die Anwohner sehen noch keine Besserung. Die Beschwerden über die hohe Lautstärke sind nach wie vor präsent. Die Politiker Papai und Herzog haben angekündigt, die Situation nach dem Sommer zu überprüfen. Man darf gespannt sein, ob sich dann tatsächlich etwas tut.
Ein Ort im Lärm
Es ist ein bisschen frustrierend, wenn man sich vorstellt, dass Schießübungen eine derart große Rolle im Alltag der Stammersdorfer spielen. Lärm, der das Leben durcheinanderwirbelt, der die Idylle stört. Man fragt sich, wie sich die Anwohner fühlen, wenn sie bei ihrem Feierabendbier oder beim sonntäglichen Frühstück mit dem Knallen der Waffen konfrontiert werden. Irgendwie unrealistisch, oder? Es wäre wirklich schön, wenn die Verantwortlichen endlich ernsthaft darüber nachdenken würden, wie man die Lebensqualität der Menschen vor Ort verbessern kann.
Stammersdorf hat viel zu bieten, und die Menschen hier sehnen sich nach etwas Ruhe. Ein Blick auf die aktuelle Lage lässt hoffen, dass die Stimmen der Anwohner nicht ungehört bleiben. Wer weiß, vielleicht bringt der Sommer ja doch einige positive Veränderungen mit sich!
