Ein Leben im Dienste des Weins: Leopold Klager und sein Erbe für die Wiener Landwirtschaft
Am 17. Mai 2026 hat die Wiener Landwirtschaft einen großen Verlust erlitten. Leopold Klager, ein geschätzter Landwirt und Winzer im Ruhestand aus Stammersdorf, ist im stolzen Alter von 95 Jahren von uns gegangen. Seine Beisetzung fand am 27. Mai im Heimatort, am Stammersdorfer Ortsfriedhof, in der Familiengruft statt. Ein würdiger Abschied für einen Mann, der sein Leben dem Weinbau und der Landwirtschaft gewidmet hat.
Klager, 1932 geboren, kam aus einem traditionsreichen Weinbau- und Landwirtschaftsbetrieb. Bereits ab 1953 zeigte er sich als leidenschaftlicher Akteur im Aufbau der Wiener Landjugend und wurde später Bezirksobmann in Floridsdorf. Die Übernahme des elterlichen Betriebes im Jahr 1958 war für ihn nicht nur ein Schritt in die Selbstständigkeit, sondern auch ein Bekenntnis zu seinen Wurzeln und zur Wiener Kulturlandschaft.
Ein Leben für die Landwirtschaft
Über die Jahre hinweg war Leopold Klager eng mit dem Bauernbund verbunden und setzte sich unermüdlich für den Erhalt landwirtschaftlicher Flächen ein. In einer Zeit, in der die Stadt Wien und ihre Umgebung unter dem Druck von Urbanisierung und steigenden Grundstückspreisen leiden, war sein Engagement für die Landwirtschaft von größter Bedeutung. Klager betonte stets die Wichtigkeit von Zusammenhalt und Zusammenarbeit innerhalb der Branche, was ihn zu einer prägenden Persönlichkeit in der Wiener Landwirtschaft machte. Sein Tod hinterlässt eine Lücke, die schwer zu füllen sein wird.
Wien hat eine lange Geschichte im Bereich der Landwirtschaft, die bis in die Zeit von Kaiser Probus zurückreicht, der die Noriker im Weinbau unterrichtete. Über Jahrhunderte war der Weinbau ein Grundpfeiler des wirtschaftlichen Wohlstands der Stadt. Der Stadtplan von Bonifaz Wolmuet aus dem Jahr 1547 zeigt deutlich, wie wichtig der Obst- und Weinbau für die Region war. Aber mit dem Bevölkerungswachstum und der damit einhergehenden räumlichen Verdichtung hat sich die landwirtschaftliche Nutzung verändert. Die vielen kleinen Betriebe, die es heute in Wien gibt – 630 im Jahr 2014, darunter 179 für den Weinbau – kämpfen gegen die Herausforderungen der Zeit, wie Globalisierung und Klimawandel.
Ein Vermächtnis, das bleibt
Leopold Klager wird nicht nur als Winzer in Erinnerung bleiben, sondern auch als jemand, der die Werte der Landwirtschaft in Wien hochgehalten hat. Seine Überzeugungen und sein unermüdlicher Einsatz für die Gemeinschaft werden auch in Zukunft nachhallen. Denn am Ende des Tages sind es die Persönlichkeiten wie Klager, die das Herz der Landwirtschaft bilden und die uns daran erinnern, wie wichtig es ist, unsere Wurzeln zu bewahren und die kulturelle Landschaft zu pflegen.
