In einem kleinen Raum in Marpod, Rumänien, sitzt Moise, ein ehemaliges Straßenkind aus Bukarest. Er spricht mit einer Leidenschaft, die einem die Gänsehaut über den Rücken jagt. Moise betont, wie wichtig es ist, auf die Schwachen zu achten und fügt hinzu, dass der Einsatz für andere das Leben wertvoll macht. Es ist berührend zu sehen, wie jemand, der selbst viel durchgemacht hat, anderen Mut macht. Die Messe, bei der er spricht, wird von einem anderen rumänischen Straßenkind geleitet – das zeigt, dass die Botschaft von Hoffnung und Unterstützung weitergetragen wird.

Ignatius Sutel, ein Priester und ebenfalls ehemaliges Straßenkind, ist seit zwei Jahren in der Wiener Pfarre Floridsdorf aktiv. Seine Erfahrungen geben ihm eine besondere Perspektive und eine tiefe Empathie für die Menschen, mit denen er arbeitet. Er hat eine fundierte Ausbildung im Stift Klosterneuburg und an der Hochschule in Heiligenkreuz durchlaufen und wurde 2015 zum Priester geweiht. Täglich ist er für Hilfe und Gespräche bereit – eine Anlaufstelle für viele, die in der Not sind.

Ein Netzwerk der Hoffnung

Die Wurzeln des sozialen Engagements reichen zurück bis in die 1980er Jahre, als Georg Sporschill, ein Jesuitenpater, die Obdachlosenhilfe „Canisibus“ in Wien gründete. Vor über 30 Jahren fing alles an. Pater Sporschill sammelte Kinder aus den Straßen und Kanälen Bukarests ein und baute ein Netzwerk auf, das heute weit über die Grenzen Rumäniens hinausgeht. Zusammen mit seinem Team betreut er rund 1.000 Menschen, darunter Kinder und Studierende. Das Projekt Elijah, dem sowohl Moise als auch Ignatius Sutel angehören, kümmert sich um die vergessenen Roma-Kinder in Siebenbürgen und macht einen Unterschied in ihrem Leben.

Die Unterstützung, die Elijah benötigt, ist enorm. Um die laufenden Kosten zu decken, fehlen zwei Millionen Euro. Das Stift Klosterneuburg hat bereits 890.000 Euro gespendet, aber die Spendenbereitschaft hat abgenommen. Leider ist die Not in der Region nach wie vor groß: Alkoholismus und Gewalt sind ständige Begleiter. Dennoch gibt es Lichtblicke, wie Vassili, ein 24-jähriger Mann aus der Roma-Siedlung Tichendeal, der als Vorbild für andere Kinder dient. Maria-Minodora, die als Kind im Projekt betreut wurde, ist jetzt Pädagogin und Musiklehrerin. Daniel, ein weiterer ehemaliger Schützling, hat ebenfalls den Weg zum Musiklehrer gefunden.

Eine globale Herausforderung

Die Situation ist nicht auf Rumänien oder Wien beschränkt. Straßenkinder sind weltweit in einer kritischen Lage. Sie werden oft von Banden für Prostitution, Drogenhandel und Überfälle ausgenutzt. Die Kindernothilfe setzt sich aktiv für die Zukunftsperspektiven dieser Kinder ein. Javier, ein Straßenkind, berichtet von seinen Erfahrungen im Jugendzentrum, wo er sich sicher fühlt und die Möglichkeit hat, der Straße zu entkommen. Die Schutzhäuser bieten nicht nur einen sicheren Schlafplatz, sondern auch regelmäßige Mahlzeiten, medizinische Versorgung und psychologische Betreuung.

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Die Arbeit der Sozialprojekte, wie sie von CONCORDIA in Wien und darüber hinaus geleistet wird, ist wertvoll und notwendig. Seit seiner Gründung im Jahr 1991 hat CONCORDIA zahlreiche Einrichtungen eröffnet, darunter Sozialzentren und Lehrwerkstätten für Jugendliche. Das Engagement erstreckt sich heute bis in die Republik Moldau und sogar in den Kosovo, wo Hilfe dringend benötigt wird. Der Leitsatz von CONCORDIA, „Wir gehen dort hin, wo die Not am größten ist“, wird hier in jeder Hinsicht gelebt.

Die Herausforderungen sind groß, doch das Herz dieser Projekte schlägt stark. Es ist das Bestreben, die Lebensqualität der Schwächsten zu verbessern und ihnen eine Stimme zu geben. In einer Welt, in der so viele Kinder auf der Straße leben, ist es unerlässlich, dass wir nicht wegsehen und uns für ihre Rechte und ihr Wohl einsetzen. Es gibt noch viel zu tun, aber jeder Schritt zählt.