Es ist ein sonniger Tag in Unterlaa, und die Luft ist erfüllt von einer spannungsgeladenen Atmosphäre. Die Seiltechnik-Einsatz-Gruppe (STEG) der Wiener Berufsrettung hat sich zu einem besonderen Training versammelt. An einem beeindruckenden 99 Meter hohen Windrad von Wien Energie wird das Können der Rettungssanitäter auf die Probe gestellt. Hier, hoch oben in der Luft, geht es um viel mehr als nur um Technik – es geht um Menschenleben. Das Ziel der Übung? Verletzte oder erkrankte Personen schnell und sicher aus dieser schwindelerregenden Höhe zu retten oder zu befreien. Man kann sich kaum vorstellen, wie herausfordernd und gleichzeitig aufregend so ein Einsatz ist.

Die Nabenhöhe, jener Punkt, an dem die Turbine sitzt, ist schon von weitem sichtbar. Wenn man so hoch oben steht, bekommt man einen ganz anderen Blick auf die Welt. Aber nicht nur der Ausblick ist beeindruckend – die Herausforderungen sind es auch. Umso wichtiger ist es, dass die über 30 Sanitäterinnen der STEG regelmäßig trainieren, um für akute Erkrankungen oder schwere Verletzungen gewappnet zu sein. Oft sind sie gefordert, wenn eine Drehleiter nicht zum Einsatz kommen kann. Das kann bei Kranführern der Fall sein oder in Situationen, in denen jemand in einem Lichtschacht oder auf einer Baustelle verunglückt. Da braucht man schnell Lösungen und eine gute Portion Mut.

Gemeinsam stark in kritischen Momenten

Die Einsätze der Seiltechnikeinsatzgruppe sind nicht nur körperlich fordernd, sondern erfordern auch eine enge Zusammenarbeit mit anderen Einsatzkräften wie der Polizei-Sondereinheit WEGA und der Berufsfeuerwehr Wien. Diese Kooperation ist entscheidend, denn in gefährlichen Lagen zählt jede Sekunde. Bei der Ausbildung wird auf internationale Standards geachtet, oft in Zusammenarbeit mit der WEGA – schließlich soll jeder Handgriff sitzen, wenn es darauf ankommt.

In der Praxis bedeutet das, dass die STEG nicht nur Patienten versorgt, sondern auch bei der Dekontamination in gefährlichen Situationen unterstützt. Im Falle eines Austritts oder einer Freisetzung gefährlicher Stoffe ist die Sofort-Einsatz-Gruppe (SEG-ABC) zur Stelle, um die notfallmedizinische Versorgung zu übernehmen, noch bevor die Feuerwehr zur Dekontamination eingreift. Das ist eine echte Teamarbeit, die zeigt, wie wichtig das Zusammenspiel der verschiedenen Rettungseinheiten ist.

Regelmäßige Übungen für maximale Sicherheit

Die regelmäßigen Übungen sind nicht nur eine Pflichtübung – sie sind eine Notwendigkeit. Denn bei einem Großschadenereignis müssen die „Patienten-Dekontaminations-Straßen“ schnell eingerichtet werden, oft in enger Zusammenarbeit mit dem Gesundheitsdienst der Stadt Wien (MA 15). Die Herausforderung, die Verletzten zu versorgen und ihnen gleichzeitig die Sicherheit zu geben, ist enorm. Es bedarf nicht nur körperlicher Fitness, sondern auch einer hohen mentalen Belastbarkeit. Und wie bei jedem Training gibt es auch hier Momente des Schweißes und der Anspannung.

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Die STEG und ihre Sanitäterinnen sind ein wichtiges Puzzlestück im Wiener Rettungssystem. Sie bringen nicht nur ihre medizinische Expertise mit, sondern auch einen unerschütterlichen Teamgeist. Wenn es darauf ankommt, sind sie zur Stelle, bereit, alles zu geben, um Menschen in Not zu helfen. Das ist mehr als nur ein Beruf – es ist eine Berufung, die Mut, Leidenschaft und vor allem Menschlichkeit erfordert.