Wien, die lebenswerteste Stadt der Welt – das hört man oft. Doch wenn man genau hinsieht, gibt es da eine kleine Diskrepanz. Während in den umliegenden Bundesländern wie Niederösterreich und Burgenland hunderte Windkraftanlagen stehen, hat Wien gerade mal neun. Ja, richtig gehört, nur neun! Diese Windräder erzeugen zusammen etwa 7,4 Megawatt (MW), was zwar nicht schlecht ist, aber im Vergleich zu den Windparks außerhalb der Stadt eher mickrig wirkt. Das erste Windrad, das 1997 im Prater seinen Dienst aufgenommen hat, versorgt immerhin rund 100 Haushalte mit grünem Strom. Ein Anfang, aber noch lange nicht das Ende der Fahnenstange!
Die Windkraftanlagen in Wien sind vielfältig, wenn auch eher rar gesät. Da gibt es das Insel-Windrad, das zwar klein und etwas in die Jahre gekommen ist, aber immer noch seinen Platz nahe der Vienna Watersports Arena hat. Im 10. Bezirk, im Windpark Unterlaa, stehen vier Windräder – darunter das erste „Kunstwindrad“ Mitteleuropas. Im 22. Bezirk, im Windpark Breitenlee, profitieren drei moderne Anlagen von den windigen Gegebenheiten. Und die Anlage Freudenau, die seit 1998 in Betrieb ist, rundet die Wiener Windkraft-Szene ab. Doch die Dichte der Stadt und der Schutz des Wohnraums stehen dem weiteren Ausbau im Weg. Großwindkraftanlagen brauchen schließlich auch viel Platz und einen gewissen Sicherheitsabstand zu Wohngebäuden.
Die Herausforderung der Stadt
Die Windräder, die wir in Wien sehen, sind nicht nur eine Frage der Energieerzeugung, sondern auch ein Symbol für Klimaschutz und die Energiewende. Wien Energie hat über 140 Windkraftanlagen in windreicheren Regionen außerhalb der Stadt, und der Strom fließt über Leitungsnetze nach Wien. So werden Haushalte und öffentliche Verkehrsmittel mit Ökostrom versorgt, auch wenn die Windkraft nicht direkt vor Ort erzeugt wird.
Doch die Stadt hat Pläne. Wien Energie hat sich jetzt die Anteile des Wind- und Solarkraftunternehmens ImWind gesichert. Das ist ein großer Schritt! Mit diesem Kauf, der von der Wettbewerbsbehörde genehmigt wurde, erweitert Wien Energie sein Ökostrom-Portfolio um 52 Windkraftanlagen und vier große Photovoltaikanlagen. Bis 2030 soll die Erneuerbaren-Leistung auf bis zu 1.800 Megawatt verdoppelt werden, mit dem Ziel, alle Wiener Haushalte mit Ökostrom zu versorgen. Und das ist nicht alles – bis 2040 plant man sogar einen weiteren Ausbau auf 2.800 Megawatt an bis zu 100 Standorten. Das klingt nach einer echten Energiewende!
Ein Blick in die Zukunft
Bürgermeister Michael Ludwig hat die Unabhängigkeit von fossilen Brennstoffen betont. Fossile Gaskraftwerke sollen durch Wind-, Wasser- und Sonnenkraft ersetzt werden. In den letzten fünf Jahren hat Wien die Sonnenstrom-Leistung mehr als verfünffacht und den Energieverbrauch pro Kopf auf das Niveau von 1993 gesenkt. Das ist schon eine Leistung für sich!
Wien Energie plant, bis 2026 zwei neue Windparks fertigzustellen. Gemeinsam mit ImWind betreiben sie bereits 526 Photovoltaikanlagen, 26 Wasserkraftwerke und 145 Windkraftanlagen. Diese Anlagen decken den Strombedarf von über 900.000 Haushalten. Wenn das mal nicht nach einer sauberen Sache klingt!
Die Geschichte der Windkraft in Wien hat schließlich 1997 mit dem ersten Windrad begonnen. Damals hätte wohl niemand gedacht, dass wir heute hier stehen und über die Zukunft der erneuerbaren Energie in der Stadt diskutieren. Ein bisschen wie ein Märchen, das gerade erst anfängt. Und während die Stadt sich weiterentwickelt, bleibt abzuwarten, wie viel Windkraft wir in Zukunft zu sehen bekommen. Wenn das so weitergeht, könnte Wien tatsächlich bald zu einer grünen Metropole aufsteigen, die ihrem Ruf als lebenswerteste Stadt alle Ehre macht – nicht nur in der Theorie, sondern auch in der Praxis!
